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Rhein entlang bis in die Gegend von Mannheim und von hier landein-wärts nach Michelstadt.
Einhard befand sich damals in den Niederlanden: sobald der Boteihn erreicht und die Ankunft der Reliquien ihm gemeldet hatte, sandte erMe Deputation von Geistlichen und Laien denselben entgegen. Von St.Moriz aus wurden die Reliquien öffentlich einhergetragen und das christ-liche Volk strömte von allen Seiten herbei, um den hl. Märtyrern seineVerehrung darzubringen. So gestaltete sich die Reise zu einem glänzendenTriumphzuge.
Wie wir bereits gesagt haben, hatte Einhard die Reliquien für seineneuerbaute Basilika in Michelstadt bestimmt, in welcher er auch seine Ruhe-stätte gewählt hatte. Da ward ihm aber auf untrügliche Weise kund ge-macht, daß Ober-Mühlheim der Ort sei, welchen Gott für die Ruhestätteseiner treuen Diener erwählt habe. Die Reliquien wurden nun am 16.und 17. Januar 828 nach Mühlheim gebracht unter großer Feierlichkeitund unbeschreiblichem Jubel der von allen Seiten herbeigeströmten Volks-menge.
Einhard gründete nun zu Seligcnstadt eine Congregation von Welt-priestern, welcher er die Bewachung der hl. Reliquien und die Besorgungdes Gottesdienstes übertrug. Dann reiste er an den Kaiserhof zu Aachenzurück. Eines Tages erfuhr er im Gespräche mit dem früher genanntenAbte Hilduin, daß auch dieser Reliquien des h. Marcellinus besitze. Eshatte nämlich jener Lusino, welchem die Gebeine dieses Heiligen zur Auf-bewahrung anvertraut waren, einen Theil derselben dem Priester Hunnusüberlassen. Auf inständiges Bitten Einhards gab Hilduin dieselben herausund Einhard brachte sie in der Charwoche des Jahres 828 nach Seligcn-stadt, bei welcher Gelegenheit das Volk ebenso zusammenströmte, wie solchesvorhin bei der Uebertragung durch Süddeutschland geschehen war. — Soweit berichtet Einhard selbst die Uebertragung der h, Reliquien.
Einhard hatte auch zu Obermühlhcim eine große, schöne Kirche, undan Stelle der Priestcrkongrcgation ein Bencdiktincrkloster errichtet, das wahr-scheinlich von Fulda aus seine ersten Bewohner erhielt. In der Zukunftwurde Obermühlhcim einer der ersten und besuchtesten Wallfahrtsorte Deutsch-lands. Jetzt änderte es auch seinen Namen, wie uns der Mönch Rudolfvon Fnlda berichtet: Ossu . . . beutorurn murt^ruim Nurvellini etUetri . . im villa quae prius Nulinbsiim uune untern LeliAenstut cliei-tmr . . . veneramtur.*) Aus allen Theilen des großen Karolingerreiches,ja aus Britannien selbst kamen fromme Pilger nach Seligcnstadt, angezogendurch den Ruf von zahlreichen Wundern, mit denen Gott das Grab semer
») Die Gebeine der seligen Märtyrer Marcellin und Petrus werden an demOrte, der früher Mühlheim jetzt Seligeustadt genannt wird, verehrt.