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2: 1887
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von Stationen und durch zahlreiche Wallfahrten verherrlicht, wie uns diealten Jtinerarien der Pilgerbücher berichten. Die folgenden Jahrhundertevernachlässigten die Gräber der hl. Märtyrer; aber Gott, der dieses vor-aus sah, fügte es, daß seinen ruhmreichen Glaubenshelden auf unsererheimischen Erde ein neues Heiligthum erstand, wo sie neue Ehre und Ver-herrlichung, die Gläubigen aber Hülfe und Trost in mancher Trübsal durchderen Fürbitte fanden.

Als Einhard von dem Kaiser Ludwig dem Frommen das Gut Michel-stadt inr Odenwald und das Dorf Mühlheim zum Geschenk erhielt, fand eram ersteren Orte eine kleine Kirche aus Holz, an letzterem aber ein ge-mauertes Kirchlein vor. Er baute nun zu Michclstadt eine schmuckvolleBasilika, mit welcher er ein Kloster zu verbinden gedachte. Um den Glanzdieser Kirche zu erhöhen, hätte er gerne einige Reliquien von hl. Märtyrerngehabt, aber er wußte nicht, wie er dazu gelangen sollte. Inzwischen kaman den kaiserlichen Hof ein römischer Diakon, mit Namen Deusdona, welchemEinhard sein Anliegen mittheilte. Dieser versprach, ihm das Gewünschte zuverschaffen, und zu dem Ende sandte Einhard seinen Notar Ratleik, welcherohnedies eine Wallfahrt nach Nom machen wollte, mit ihm dorthin. VonAachen aus reisten Beide zuerst nach Soissous, wo sie im Kloster des h.Medardus den Abt Hilduin besuchten, welchem Deusdona früher versprochenhatte, ihm den Leib des h. Tiburtius zu besorgen. Zu diesem Zwecke gabHilduin ihnen einen Priester Namens Humus mit und von dort aus reistensie mit ihrem Gefolge nach Rom. Als sie aber daselbst augekommen waren,suchte Deusdona unter allerlei Vorwänden sich seiner Verpflichtungen zuentziehen und sie waren genöthigt, das Unternehmen auf eigene Faust zuwagen. In der Nacht begaben sie sich zu der Kirche des h. Tiburtius undfanden auch den Sarg, in welchem die Gebeine desselben aufbewahrt wurden,allein sie konnten sich desselben nicht bemächtigen, weil die Härte des Steineseiner Ocffnung des Sarges widerstand. Sie stiegen deshalb zu den Kata-komben hinab und entdeckten dort zuerst das Grab des h. Marcellinus,dessen Ucberreste sie mit aller gebührenden Ehrfurcht ihrer Ruhestätte ent-nahmen und .einem Manne mit Namen Lusino zur Aufbewahrung übergaben,bis sie auch die Reliquien des h. Petrus auf gleiche Weise in ihren Besitzgebracht hatten. Da Ratleik von Deusdona noch einige Reliquien vonanderen Heiligen erhalten hatte, so sandte er alle in einem versiegeltenKästchen nach Pavia voraus, weil er noch einige Tage in Rom verweilenwollte, um abzuwarten, ob man die Entwendung der heiligen Leiber nichrsofort entdecken würde. Gleichzeitig theilte er Einhard den Hergang schrift-lich mit.

Von Pavia aus ging die Reise nach St. Moriz im Kanton Wallis,wo man die Rhone überschritt, von da über Freiburg und Solothurn dem