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Marcellin, Petrus, von euren Triumphen vernehmet!

Damasus, mir als Knaben, erzählte es selber der Henker:

Also hab' ihm zuletzt der rasende Richter befohlen,

Mitten im Dornengebüsch die Enthauptung an euch zu vollstrecken,

Daß so Niemand den Ort, wo ihr läget, jemals erführe;

Freudig hattet ihr selbst den Raum für das Grab euch gelichtet.

Anfangs ruhtet ihr dort in dunkler Höhle begraben,

Bis Lucilla, gemahnt durch eure Erscheinung und Zeichen,

Hier an würd'gerem Ort die heil'gen Gebeine bestattet.

Lucilla und Firmina waren Verwandte des h. Märtyrers Tiburtiusund hatten aus frommer Verehrung für denselben in der Nähe seines Grabesihre Wohnung genommen. — Der Leichnam des h. Tiburtius wurde späterin der über seinem und unserer hl. Märtyrer Grabe erbauten Kirche unterdem Altare in einen verschlossenen Sarg gelegt, während die Leiber der hl.Marcellin und Petrus in ihren Coemetcricn unter der Erde blieben.

Nach dem Berichte des Auastasins erbaute Kaiser Constantiu derGroße die Kirche und gab ihr reiche Geschenke, darunter eine fünfnuddreißigPfund schwere goldene Patene.*) Diese Kirche, sowie die dazu gehörigenKatakomben nannte man all äuas lauros (zu den zwei Lorbeerbäumen).In der Nähe derselben errichtete Constantin seiner Mutter Helena ein präch-tiges Mausoleum, welches er ebenfalls mit zahlreichen Weihgeschcnken zierte.

Unsere hl. Blutzeugen standen bei dem römischen Volke von jeher insehr großer Verehrung. Schon im 4. Jahrhundert feierte mau ihren Todes-tag (2. Juni) in den Katakomben mit Vigil, Kommunion und Agapen; im5. Jahrhundert wurden ihre Namen in den Kanon der h. Messe aufge-nommen und dem Martyrologium sowie den Festkalendern und Litaneienbeigefügt; auch gab es eigene Meßoffizien zu ihrer Ehre.

Außer der genannten Kirche sind in Rom noch zwei weitere Kirchenunseren Heiligen geweiht. Die zweite, wahrscheinlich vom h. Papste Gregordem Großen erbaut, befindet sich in der Nähe der Kirche von St. Johannesim Lateran und ist Titnlarkirche eines Cardinalpriesters; die dritte ist vonPapst Urban VIII. in den Ruinen des Grabmals der h. Helena erbautund dient als Pfarrkirche für das umwohnende Landvolk der Campagna.

Das Grab dieser hl. Märtyrer wurde schon frühzeitig durch Abhaltung

*) Diese außergewöhnliche Schwere der Patene zu erklären sagt Buttler: „DiePatcne war vor Alters viel größer als jetzt und zwar aus dem Grunde, damit siedie Opfergaben oder Hostien des ganzen Volkes, welches in der Messe kommunizirte,fassen konnte. So ist auch die Patene des h. Willigis, die man in der Stephauskirchezu Mainz aufbewahrt, noch viel größer und tiefer, als die jetzt üblichen.