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2: 1887
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(wo ich ja einst Benefiziat war) und zu dem Kirchenpatron St. Valentinmit Recht habe und stets bewahren will, ferner die Hoffnung, des ewigenLohnes und der in eurer Kirche geschehenden guten Werke theilhaftig zuwerden, sowie außerdem die Bitten vieler von euch, welchen bekannt ist, daßein großer Theil von den Reliquien des obengenannten heiligen Valentinin und bei der unter der Aufsicht des Domdckaus stehenden Udalrichskapellezu Worms aufbewahrt werde, das also hat mich bewogen und bestimmt,daß ich mich entschloß, unaufgefordert euere Kirche mit einem sehr werth-vollen und euch willkommenen Geschenke zu ehren. Das ist die Ursache»weßhalb ich aus besonderer Gefälligkeit gegen euch und zur Zier dieser enererKirche, auch mit Zustimmung des Hochwürdigsten Herrn Bischofs Reinhardvon Worms, dem ich mein Vorhaben zu wissen that, und der es lobte undbestätigte, den genannten Theil der Reliquien des heiligen Valentin (welcherbis auf den heutigen Tag in genannter Uldalrichkapelle bei der hiesigen dahinwallfahrenden Umgegend und Einwohnerschaft dafür geHallen, gegolten undverehrt worden, auch durch einen darangehefteten Zettel von sehr alterSchrift als solcher bezeichnet und bezeugt ist und welcher Theil eine seinerRippen gewesen zu sein scheint), mit meiner hierzu allerdings unwürdigenHand in der Mitte getheilt, die eine Hälfte in genannter Kapelle gelassen,die übrige aber in eure Kirche geschickt habe und mit gegenwärtigem Schreibenschicke, wobxi ich auf's festeste vertraue (woran auch der vorgenannte HerrBischof von Worms, wie er sagte, keineswegs zweifle), daß ihr nämlich mitgebührender Ehrfurcht sie empfangen, schmücken und verehren sollet zum LobeGottes und zur Verherrlichung dieses eures glorreichen Patrons, auf daßdies zu eurem und der vielen von überall dorthin Wallfahrenden Seelenheilgereiche und gereichen könne, was sowohl mir wie euch auf dieses selbenheiligen Bischofs und Märtyrers Valentin Bitten und Verdienste der Aller-höchste verleihe."

„Gegeben in der Stadt Worms, ehemals auch Vangionenstadt genannt,im Jahre der Geburt des Herrn 1454 auf St. Antonius des BekennersTag unter meinem, dem Gegenwärtigen angehängten Dekauatssiegel."

Dieser Rudolf von Rüdesheim, aus einem der edelsten Geschlechter desNheingaues, zeichnete sich durch Anhänglichkeit an den apostolischen Stuhl,dessen Legat er für Deutschland war, durch heiligmäßigcn Wandel, Liebeund Herablassung sowie durch Gelehrsamkeit aus. Die Wormser Chroniknennt ihn eine Säule der Wormser Bürgerschaft, von den Bürgern in hohenEhren gehalten und gibt folgende Schilderung von ihm: „Obwohl ange-schener Prälat und ausgezeichneter Gelehrter nahm er doch keinen Anstand,dem Volke das Wort Gottes zu verkünden, zuweilen zwei Mal an einemTage. Wurde er in verschiedenen Angelegenheiten zu Rathe gezogen, sobrauchte er nur wenig von der Sache zu hören und antwortete: „Genug,ich verstehe schon," und erledigte kurz die Anliegen. Beim Essen war er