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in diese Welt kommt." Asterius entgegncte: „Ich will sehen, ob deineWorte Wahrheit sind. Ich habe eine Pflegetochter bei mir, welche schonseit zwei Jahren blind ist. Wenn du ihr das Augenlicht wieder herstellst,so will ich bekennen, daß Christus wahrer Gott, das wahre Licht der Weltse«, und was du immer von mir verlangst, sollst du erhalten." Valentinließ das Mädchen herbeiführen, fiel dann auf die Knie nieder und betete:»Herr Jesu Christ, wahres Licht, erleuchte deine Dienerin." Kaum warendiese Worte gesprochen, als plötzlich das Mädchen die Augen öffnete undsah. Asterius und sein Eheweib, ganz außer sich vor Erstannen über diesesWunder, fielen dem Heiligen zu Füßen und fragten ihn voll heißen Ver-langens, was sie nun thun sollten, um das Heil zu erlangen. Der Heiligebefahl ihnen, daß sie alle ihre Hansgötter zerstören, drei Tage fasten undall ihren Feinden verzeihen sollten. Asterius vollzog getreu den Befehl,entließ dann alle gefangenen Christen und ließ sich mit seinen Angehörigenund Untergebenen, vierzig an der Zahl, taufen. Als dieses Ereigniß demKaiser zu Ohren kam und er einen Aufstand des Volkes befürchtete, ließ erden Valentin und alle Neubekehrten in's Gefängniß werfen. Dort unter-richtete sie der Heilige im christlichem Glauben, stärkte sie zum treuenBekenntniß desselben und wurde dann mit ihnen am 14. Februar 270enthauptet.
Bereits in Urkunden des 12. Jahrhunderts wird einer Kapelle desh. Valentin in Worms erwähnt, welche auch Reliquien dieses Heiligen besaß,der früher hier allgemein verehrt wurde. Auch in Kiederich im Rheingauwurde der Heilige verehrt und die Wallfahrt dorthin war so bedeutend,daß im Jahre 1417 der kinderlose Glöckner Friedrich Sinder daselbst seinHaus sammt den dazu gehörigen Gütern (die Heiligen-Wiese und derHeiligen-Acker genannt) zu einem Hospitale für die Pilger hergab „daz mandie Billgern, die Valentinum den lieben Hymelsforsten suchen, darpnnenHerbergen sal, wann sie es begeren." Sinder selbst war der erste Spital-meister und Pilgervater. Dieses Hospital wurde 1537 um 500 Gulden andie Gemeinde überlassen und an seine Stelle das jetzige Nathhaus erbaut.Die Pfarrkirche zum h. Valentin wird bereits 1272 als solche erwähnt.Die Verehrung dieses Heiligen daselbst aber wurde dadurch bedeutend ver-mehrt, daß in Folge der Bemühungen des Wormser Domdekans Rudolf vonRüdcsheim 1454 die Kirche zu Kiederich von Worms mehrere Reliquiendieses Heiligen erhielt. Die darüber ausgefertigte lateinische Urkunde lautetin deutscher Sprache wie folgt:
„Rudolf von Nüdesheim, Doktor des Kirchenrechts, Domdekan undStiftspropst zu St. Paul in Worms, allen ehrsamen Herrn Pfarrern,Kaplänen oder Benefistaten, Edlen und dem gesammten Volke des DorfesKiederich in der Mainzer Diözese Heil und Wachsthum im geistlichen Leben— Die besondere Anhänglichkeit und Verehrung, welche ich zu eurer Kirche