Druckschrift 
2: 1887
Seite
401
Einzelbild herunterladen
 

llttl -

Eigenthum wieder in Besitz zu nehmen. Gutwillig gaben es diese freilichnicht heraus; allein die an den neuen Prätendenten verübten Gewallstreichehalfen nichts, der Kurfürst von Trier behielt als der Mächtigere die Tb er-Hand. Bei der für die Kaiserlichen so günstigen Sachlage hatte schon amIS. September 1628 der Prämonstratenserabt von Scheida, Wilhelm Grüter,einen Brnder seines Ordens nach Bcselich gesendet, um daselbst zu wohnenund den katholischen Kultus wieder einzuführen, weil man schon damalsvoraussah, daß der siegreiche Kaiser die Rückerstattung der geraubten Kirchcu-nnd Klostergüter befehlen werde. Diesem zum Provisor in Beselich er-nannten Wilhelm Essenau trug er auf, mit einem Diener dort zu rcsidiren,Alles für den Gottesdienst zu beschaffen, diesen abzuhalten, nach den ent-fremdeten Klostergütern zu forschen und dieselben in Besitz zu nehmen, da-mit bald wieder ein Nonncnk ostcr des Ordens daselbst eingerichtet werdenkönnte. Essenau meldete nun am 16. September 1628 dem Grafen JohannLudwig, daß er mit dem Abte Grüter und Anderen das Kloster Bcselicham Mittwoch den 18. September für den Prämonstratenscrordcn in Besitzeenommen und daß sein gebietender Herr, Wilhelm Grüter, Abt des Gottes-hauses Schcydt „Kraft habender gewalts" ihn zum Provisor in Beselich be-stellt habe, wie aus d r beikommendcn Urkunde zu ersehen sei. Er erkennesich als Ordensperson schuldig und pslichtig, zu gehorsamen und sei deß-wegen am Samstag den 16. nach Beselich gekommen. Er bittet, daß derGraf seinen Beamten, Dienern und Unterthanen ausgeben möge, ihn nichtzn tnrbireu, damit er seinem Auftrage gebührend nachkommen könne; daßer ihm von den Renten des Klosters nothdürftigen Unterhalt gebe und zudiesem Ende seinem Kellner daselbst befehle, ihm Wohnung und Leibesuntcr-halt nach Umstünden und Vermögen zu verschaffen.

Graf Johann Ludwig kam der Bette des Provisors Essenau freund-lich entgegen und ließ ihm von den Einkünften des Klosters seinen Unter-halt geben.

Jetzt erschien das kaiserliche Ncstitutionsedikt und schon am 23. Aprilbat Essenau den Grafen um Auslieferung des Bcselichcr Archives, welcherBitte denn auch unterm I I. Juni 1629 Folge gegeben wurde.

Da aber die Prämonstratenser nicht im Stande waren, ein Kloster inBcselich einzurichten, so übergab der Graf Johann Ladung unter päpstlicherGenehmigung im Jahre 1687 das Kloster, Kirche und den daselbst befind-lichen Hof dem Orden der Jesuiten, welcher 1656 den Hof dem FürstenMoriz Heinrich von Rassan-Hadamar gegen eine jährliche Rente von 625Rlhlr. abtrat. Nach Aufhebung des Ordens wurde» dessen Fonds, be-sonders Aeselich, zur Stifinng des Gymnasiums in Hadamar verwandt.

Mit dem Jahre 1666 begann der Fürst Johann Ludwig von Nassan-Hadamar die Rückführung seines Landes zur katholischen Mnlterkirche, undschon zu Ostern war das Werk so weit vollendet, daß er am 7. Juni zum

!-6