gegeben ist am Dorustag nach Saut Michels des heiligen Erzengels in demJahre unsers Herrn fünfzehn Hundert und nun Jare" schenkte Graf Johannzn Wied, Herr zu Nnnkel und Jsenburg, dem Kloster sechs Goldguldenjährlicher Renten.
In den ersten Jahrzehnten des fünfzehnten Jahrhunderts ward derstille Friede dieses Gotteshauses durch einen feindlichen Uebcrfall gestört;viele Jungfrauen wurden mißhandelt, einige auf die schrecklichste Weise ge-mordet und nur noch zwei derselben blieben in den Trümmern des Klostersübrig. Es erholte sich jedoch bald wieder, um hundert Jahre später einemnicht minder habsüchtigen Feinde zur Beute zu werden.
Dieser Feind war die Reformation, welche so viele gottselige Werkeund Einrichtungen zerstörte. Die Nassauischen Grafen und die von Nnnkelwaren schon längst lüstern nach den reichen Besitzthümcru dieses Klosters;allein da diese in den Gebieten beider Regenten-Familien lagen, so konntemau sich lauge nicht dahin vereinigen, was Jedem zufallen sollte. Jedergriff zuerst nach dem, was in seinem Gebiete lag, und machte es sich zne^gen, während die Nonnen mit der Benutzung der zwischen beiden Grafenstreitigen Objekte noch mehrere Jahre ihr Dasein fristeten. Die Grafen vonNnnkel behaupteten, in ihrem Prozesse gegen Nassau-Orauien, zuerst dasKloster reformirt und schon 1589 einen evangelischen Prediger NamensRuhard dahin gesendet zn haben, welchem Eccard Boßrich als Prediger undVerwalter gefolgt sei. — Im Jahre 1606 waren noch Convcntnalinnen imKloster und dem Prediger war in seinem Anstellungsdekrete befohlen, mitdenselben das Morgen- und Abendgebet zn halten und ihnen Katcchismus-lehre zu ertheilen. — Die Nonnen waren sämmtlich von Adel, hatten ihrVermögen in das Kloster gegeben und wollten von der neuen Lehre nichtswissen, auch ohne Rückgabe ihres eingebrachten Vermögens das Kloster nichtverlassen.
Im Jahre 1.612 nahm Nassau Besitz von dem Kloster und stritt mitNüukcl um den weiteren Besitz der in dessen Gebiete liegenden Güter.1615 vereinigte man sich über die Theilung des Raubes und kam dahinüberei», mit denjenigen Gütern, über welche man sich nicht einigen konnte,zn Bcsclich ein HoSpital zu gründen, um dem erzürnten Volke einen Nebelvor die Augen zu machen, in der That aber, um diese streitigen Güter aufso lange gemeinschaftlich verwalten zu lassen, bis die richterliche Entscheidungerfolgt sein würde.
Die Vereinigung kam jedoch so bald nicht zu Stande und die gemein-schaftliche Verwaltung dauerte auch fort, da erschien wie ein Blitz ausheiterem Himmel das verhänguißvolle kaiserliche Nestitutionsedikt vom 6. März1629 und der Kurfürst von Trier, sowie der Prämonstratenserorden hattennichts Eiligeres zu thun, als den genannten Grafen ihren Raub wieder ab-zujagen und das Kloster Beselich mit all seinen Besitzungen als rechtliches