nen Besitz zu bekommen. Nur ungern hatte der Magistrat von Soest das-selbe in ein eigens dazu verfertigtes schön geziertes Kistchen gelegt und, mitseinem Jnsiegel versehen, nebst einer Tafel, auf welcher mehrere Wunder, sobei dem Bilde geschehen, verzeichnet waren, im Jahre 1661 am Feste Aller-heiligen dem Kurfürsten auf seinem Schlosse in Werl überreichen lassen.
Groß war die Freude des Kurfürsten, er empfing das Bild feierlichmit seinem ganzen Hofstaate und ehrte es höchlich. - Des folgenden Tagesließ er den Guardian des Kapuzinerklosters, Pater Eleazar, zu sich be-scheiden und überreichte ihm das Gnadenbild. Zugleich ertheilte er den Be-fehl, das h. Bild in der Kapuzinerkirche aufzubewahren und zur öffentlichenVerehrung aufzustellen. Nun wurde das Gnadenbild in feierlicher Pro-zession durch die Patres Kapuziner in ihr kleines armes Kirchlein übertragenund von dieser Stunde an allgemein verehrt. Die Kirche wurde zu kleinfür die immer wachsende Zahl der Andächtigen. Da ließen der FreiherrTheodor von Landsberg und seine Gemahlin Antonetta die jetzige schöneKirche auf ihre eigenen Kosten erbauen. Tagtäglich kamen Pilger von nahund fern, um durch die Fürbitte der mächtigen Himmelskönigin Hülfe inihren Anliegen zu finden. Und ihr Flehen war nicht vergeblich; es erfolgtengroße Wunder, die urkundlich verzeichnet worden sind.
Im Jahre 1661 erschien die Frau des Heinrich Schellewald und be-kannte an Eidesstatt, daß sie vor Schmerzen weder Tag noch Nacht ruhenkonnte, Arzneien und andere Mittel halfen ihr nichts. Da habe sie sich zuWagen nach Werl führen lassen, dort gebeichtet, den Leib des Herrn empfan-gen und vor dem Gnadenbilde gebetet. Am dritten Tage habe sie ihrevorige Gesundheit wieder erlangt. — Im Jahre 1662 beurkundete Jgnaz,Freiherr von Weichs, mit Siegel und Unterschrift, daß er geraume Zeit desGehörs beraubt gewesen; er habe deshalb viele Mittel vergeblich angewendet.Endlich habe er zu unserer lieben Frau in Werl seine Zuflucht genommen;er sei mit seiner Gattin nach Werl gewallfahrtet, habe dort die h. Sakra-mente empfangen und seine Andacht verrichtet, worauf er sein Gehör wiedererlangt habe. — Im Jahre 1664 verlor ein gewisser Johann Beckers inHellefeld die Sprache, aber nicht den Verstand. Auf Zureden des Pfarrersgelobte er zu Ehren unserer lieben Frau zu Werl eine h. Messe und Wall-fahrt. Er erhielt wirklich die Sprache wieder und zum Danke ging er alleJahre nach Werl wallfahrten. — Im Jahre 1767 siel Philipp, Freiherrvon Kettler, in eine gefährliche Krankheit; endlich verlor er Gesicht, Gehörund Sprache. Da gelobte seine Gattin, in Begleitung einer Dienerin mitbloßen Füßen nach Werl zu unserer lieben Frau zu gehen. Sie vollzogauch das Gelübde und als sie nach Hause kam, trat bei ihrem Gemahl zuihrer größten Freude Besserung ein und er erhielt nach zwei Tagen seinevolle Gesundheit wieder. Dies bezeugt der Freiherr selbst mit Siegel undUnterschrift. — Im Jahre 1744 wurde Johann Wähle aus Winterberg im