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Quell hervor, der neues Leben in die Glieder des ermatteten Wanderersund durch ein zweites Wunder nene Sehkraft in die erloschenen Augen desKindes gießt, während die Heilige über dasselbe mitleidsvoll niedergebeugtdie Worte spricht: „Deines Kindes Augen sind hell und klar wie dieserQuell." Seit jener Zeit hat das so wunderbar dem Felsen entlockte Wasservielen Augenleidenden die Sehkraft wieder gegeben, wie solches die vielen beider Quelle angebrachten Votivtafeln bezeugen. Die Quelle selbst aber heißtnoch heutzutage St. Odilienbrunn.
Die Abtei Hohenburg, welche der Herzog seiner Tochter hatte einrichtenlassen, legte durch ihre Pracht Zeugniß ab von dem Reichthum des Herzogs,der sie mit reichen Einkünften dotirte und Ottilien die Investitur alsAebtissin ertheilen ließ. Ein steinernes Denkmal im Kreuzgange des Klostershat der Nachwelt dieses Ereigniß überliefert. Auf demselben übergibt derHerzog Eticho der h. Ottilia ein Buch zum Zeichen der Schenkung von Gü-tern und Gilden; die Vorderseite zeigt den h. Ludgar, Bischof von Straß-burg, während auf der Rückseite die allerseligste Jungfrau mit dem Jesu-kinde thront und zu ihren beiden Seiten die Aebtissinnen Ralind und Herradstehen. Damit noch nicht zufrieden, gründete der Herzog auf Bitten seinerTochter im Thale auch die Abtei Niedermünster, damit die Kranken undSchwachen, um Hülfe zu finden, nicht den hohen Berg ersteigen müßten. Inder Nähe dieses Klosters befindet sich der St. Odilienbrunn.
Die Abtei Hohenburg blieb nun vom 7. Jahrhundert an, in welchemsie gegründet wurde, bis zu ihrer Zerstörung 1546 im Besitze der Stifts-damen. Im 11. Jahrhundert wurde sie zweimal durch Feuer zerstört, mitAusnahme des Theiles, welcher jetzt die Kapelle des h. Kreuzes und derOelberg (eine alte Kapelle, die jetzt als Bibliothek benutzt wird) genanntwird. Später baute Papst Leo IX. diese seinem Stammlande, dem Elsaß,so theure Abtei wieder aus. Kaiser Friedrich Barbarossa bewog seine BaseRelindis, welche Aebtissin des Klosters Neuburg an der Donau war, dieLeitung des Klosters Hohenburg zu übernehmen und die Regeln des heil.Augultin unter den Conventualinnen wieder zu strenger Durchführung zubringen. Aus Relindis folgte dann die als geschickte Malerin bekannteAebtissin Herrad von Landsperg, welche sich auch mit der Sammlung derliterarischen Erzeugnisse ihrer Zeit beschäftigte Dadurch wurde Hohenburgwieder eine Zierde des Landes und ein Lieblingsaufenthalt der Hohenstaufen,welche oft dort weilten. Später sank aber das Kloster wieder von seinerHöhe herab, bis es 1546 abermals dnrch Feuer zerstört wurde. Die Stifts-damen zerstreuten sich; mehrere legten den Schleier ab, die letzte Aebtissin,Agnes von Oberkirch, wurde lutherisch und die Abtei blieb bis 1617 ver-lassen. In diesem Jahre ließ sie der damalige Bischof von Straßburg,Erzherzog Leopold von Oestreich, wieder herstellen und übergab sie dem Prä-monstratenserorden, der zwei Jahrhunderte lang den Gottesdienst in Nieder-