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2: 1887
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Die Kunde von diesem merkwürdigen Bilde und den auffallenden Gebets-erhörungen, welche nicht minder auch andere Personen an sich erfuhren, diegleich dem frommen Abte zu ihm ihre Zuflucht nahmen, verbreitete sich immermehr, und damit wuchs auch die Zahl seiner Verehrer, so daß der Abt denEntschluß faßte, das Bild der Mutter Gottes von Blescn nach dem zu demdortigen Kloster gehörigen Dorfe Rokitten hinüber bringen und daselbst füreine vorzügliche Verehrung desselben Sorge tragen zu lassen.

Diesen Entschluß führte er aus, indem er im Jahre 1677 in Rokitteneine Congregation von sieben Blesener Ordenspriestern unter der Leitungeines Superiors gründete, deren besondere Obsorge auf die Verbreitung undErhöhung der Ehre der Mutter Gottes in ihrem gebenedeiten Bilde gerichtetsein sollte. Dieser seiner Bestimmung ist bis zur sogenannten Säkularisation,auch des Klosters Blesen, getreu nachgelebt worden. Nichtsdestoweniger stehtdas Gnadenbild der Mutter Gottes von Rokitten in der Erzdiözese Posenauch heute noch unter veränderten Verhältnissen in hohem Ansehen, undwird immerdar noch alljährlich von vielen tausend Wallfahrern vertrauens-voll gegrüßt und fromm verehrt, wie in den Tagen der Vorzeit.

Dey heilige Berg zu Gostin.

as einzige Kloster, welches in der Erzdiözese Posen-Gnesen be-stehen blieb, ist der Wallfahrtsort auf dem heiligen Berge inGostin, Dekanat Kröben. Ueber die Entstehung dieses Gnadenortes sagt dieLegende Folgendes:

Wie in Maria-Schein, führte ein unvergleichlich Heller Glanz Hirtenan einen Ort in den waldigen Bergen, wo sie das Vieh knieend fanden —und da sich diese Erscheinung öfters wiederholte, hat mau dort gegraben undfand da sowohl das auf Holz im byzantischen Stile gemalte Bild der all^'-seligsten Jungfrau mit dem Jesukinde, wie auch ein in Holz geschnittenesVesperbild in unaussprechlicher Schönheit. Beide Bilder stellte man in diekleine hölzerne Kirche, welche ungefähr eine Viertelmeile von der StadtGostin auf dem Berge stand und wo schon im Jahre 151l, nach urkund-lichen Belegen, die Gläubigen wunderbare Gnaden bei den beiden Bildernerlangten. In diesem Jahre finden wir auf Ansuchen des GutsbesitzersMathias von Gostin und des Ortspfarrers Stanislaus von Oporow einebischöfliche Commission in Gostin, welche die Wunder beglaubigen sollte unddieses auch gethan hat. Im Jahre 1668 berief Adam von Konazcwski mitHülfe des Pönitentiars von Posen, Stanislaus Grudowitsch, die im Jahre1612 von Philippus Neri gestifteten Oratorianer, jedoch die prachtvolleKirche wurde erst im Jahre 1698 vom Suffragan und Administrator derDiözese Posen, Hieronimus von Wjerschbowsky, eingeweiht, das Klosteraber wurde erst 1748 fertig. Kirche und Kloster sind prachtvoll in ita-