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2: 1887
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Rokiiten im Kreise Birnbaum.

ie Pfarrkirche zu Rokiiten einem Dorfe des ehemaligen Groß-polen, jetzt in dem Großherzogthum Posen und dessen KreiseBirnbaum gelegen, besitzt ein im Hochaltar der Kirche befindlicheswunderthätiges Bild der Mutter Gottes seit fast 200 Jahren, welches beidem gläubigen Volke in hohen Ehren steht und alljährlich aus theilweiseweiter Entfernung von vielen Tausenden, besonders an den großen Wall-fahrtsfesten, nämlich am vierten Sonntage nach Ostern, zu Pfingsten, amFeste der allerheiligstcn Dreifaltigkeit und Mariä Geburt, besucht wird. DasBild, ein Brustbild von 2 Fuß Höhe und 1^/z Fuß Breite, stellt die Mutter-gottes ohne das Jesukind dar, als die demüthige Magd des Herrn mit ge-senktem, innerlich betrachtendem Blicke. Die Farbe des Gesichtes ist imVerhältniß mit dem Alter des Bildes noch frisch erhalten und über dasganze Antlitz ein heiliger unwillkürlich ansprechender Liebreiz ausgegossen.Die Muttcrgottes trägt eine von zwei silbernen Engeln gehaltene Krone vonvergoldetem Silber und ein eben solches Kleidchen. Ans der Brust haftetder polnische Adler in Silber. Ein vergoldeter Holzrahmen umschließt dasBild, und zahlreiche Votivtafeln von Silber inner- und außerhalb des Rahmensgeben Kunde von dem Vertrauen und der Dankbarkeit des Volkes gegen dieMutter der Gnade, sowie von der erfolgreichen, mächtigen Hülfe der Königindes Himmels.

Ueber den Ursprung des Gnadenbildes hat sich der Abt des ehemaligenCisterzicnser-Klosters zu Blcsen, Johann Casimir Opaleuski, vor einer bischöf-lichen Untersuchung dahin ausgesprochen, daß das Bild ans dem Hause desGroßkanzlers von Polen, Leszczynski in den Besitz seiner Mutter, und nachderen Tode als ein überaus werthvolles Familienerbstück an ihn selbst ge-langt sei. Seine Mutter hegte eine ganz besondere Andacht zu diesem Bildeund hielt es mit ihrem ganzen Hanse in hohen Ehren.

Einst brachte sie es zu einem kranken Manne, legte es auf ihn undder Kranke wurde sogleich gesund. Die Verehrung des Bildes Seitens derMutter ging auch auf deren Sohn, den Abt Johann Opaleuski, über, deres zuerst in seiner Wohnung, und später in der Klosterkirche zu Blesen aus-stellte. Doch nahm er das Bild auch mit sich aus Reisen; denn er hatteeine solche Anhänglichkeit au dasselbe, daß er von ihm sich nicht zu trennenvermochte. Mußte dies dennoch zuweilen geschehen, so empfand er nach seinemeigenen Geständnisse eine so unbeschreibliche Herzensangst, daß ihm erst wiederin der Nähe des lieben Bildes wohler wurde. Mehrere Male siel er insehr gefährliche Krankheiten, in welchen ihn die Aerzte bereits aufgegebenhatten. Da wandte er sich in vertrauensvollem Gebete zu Maria in demtheuren Bilde, oder er ließ vor demselben in der Kirche zu Blesen ein heiligesMeßopfer für sich darbringen, und die Gesundheit wurde ihm wiedergeschenkt.

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