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Wunsch ausgesprochen, auf dem Nupertsbcrge begraben zu werden. Hildegardwar diesem Wunsche nachgekommen; das erzbischöfliche Kapitel zu Mainzaber, welches sich von dieser Lossprechung nicht überzeugt hatte, sprach überden Rupertsberg das Interdikt aus.
Hildegard schrieb an den abwesenden Erzbischof und wies ihm nach,daß hier ein Irrthum vorliege; sie ging nach Mainz, warf sich den Prä-laten zu Füßen, suchte diesen von ihrem Irrthume zu überzeugen und flehtesie auf den Knien an, das Interdikt aufzuheben, aber diese waren halsstarrigund es zeigte sich nur allzu deutlich, daß noch ein anderer, vielleicht wenigeredler Grund obwaltete. Das machte ihr schweres Herzeleid, aber sie be-stand die Prüfung und ging nach schweren Leiden siegreich aus derselben hervor.
Nun war endlich die Zeit gekommen, wo sie die Erde verlassen undzu ihrem himmlischen Vater eingehen sollte. Ost hatte sie um eine baldigeAuflösung gefleht, denn von Tag zu Tag fühlte sie mehr, daß ihre schwachenKräfte für den schweren Dienst nicht mehr ausreichten. Da offenbarte ihrGott ein nahes Ende, und sie sagte den Schwestern den Tag ihres Todesvoraus. Am 17. September 1179 in einem Alter von 82 Jahren undzwar bei der ersten Dämmerung der Sonntagsnacht trat derselbe ein.
Gott wollte durch ein Zeichen zu erkennen geben, wie hoch die Hin-scheidende in seiner Liebe stand. Ueber dem Kloster Rupertsberg erschienenam Firmamente zwei überaus helle Bogen von verschiedener Farbe, welchesich zur Größe einer Straße erbreiteten und nach den vier Enden der Erdesich ausdehnten. In der Höhe, wo sie sich kreuzten, kam ein Helles Lichtvon der Größe der Mondscheibe hervor; in diesem erschien ein rothschimmern-des Kreuz, um welches sich unzählige Kreise von verschiedener Farbe zeigten,in denen wieder kleine rothe Kreuze mit Kreisen erschienen. Nachdem siesich am Firmamente ausgebreitet hatten, neigten sie sich nach dem Ruperts-berge hin und erleuchteten das Kloster mit ihrem Glänze.
An ihrer Leiche geschahen, ehe sie noch begraben war, Wunder: zweiKranke, welche ihren Leib berührten, wurden plötzlich gesund.
An ihrem Grabe ereigneten sich außerdem so viele Wunder, daß dieWallfahrten einen großartigen Maßstab annahmen, bis diese außerordent-lichen Ereignisse im Jahre 1283 aufhörten.
In den Jahren 1489 und 1498 wurde das Grab der Heiligen ge-öffnet und der Befund der Gebeine constatirt. Bei der zweiten Eröffnungwar der gelehrte Abt Johannes Trithemius zugegen und erhielt auf seineBitte einen Arm der heiligen Jungfrau. Während des dreißigjährigenKrieges, im Jahre 1632, wurde das Kloster durch Feuer verheert. DieNonnen flüchteten mit den Gebeinen des h. Rupert und der h. Hildegardnach Köln, wo dieselben bei einer großen, um Abwendung der Kriegsdrang-sale gehaltenen Prozession durch die Straßen getragen wurden.
Später kamen die Reliquien mit den Büchern der h. Hildegard und