sie der Heiligen entgegen gegangen, habe ihr das Kind entgegen gehaltenund sie angefleht, demselben zu helfen. Hildegard habe ihm, während sienoch in dem Kahne gesessen, die Augen mit Rheinwasser bestrichen und essei sogleich sehend geworden.
Auch wurde durch ihre Fürbitte der sieben Wochen alte Knabe Simonvon Rüdesheim von schrecklichen Convulsionen geheilt.
Ein adeliges Mädchen, welches ebenfalls Hildegard hieß, hatte dasGelübde gethan, sich ihrer Leitung anzuvertrauen und kam nach dem Ruperts-berge. Von einem heftigen Fieber befallen, gebrauchte sie vergebens dieHülfe der Aerzte. Da legte die Heilige ihr die Hände auf und sofort warsie geheilt.
Eine Klostermagd zu Nupertsberg, Bertha mit Namen, hatte eine Ge-schwulst am Halse; das schmerzliche Uebel nahm so sehr zu, daß sie wederSpeise noch Trank zu sich nehmen konnte. Als nun die Heilige an ihrLager kam, gab die Kranke ihr durch Zeichen zu verstehen, daß sie um ihreHülse flehe. Hildegard berührte sie an der schmerzenden Stelle mit demZeichen des h. Kreuzes und gab ihr dadurch die Gesundheit wieder.
Auch Abwesende machte sie gesund. Arnold von Wachenheim hatteein heftiges Halsübel, so daß er fast nicht mehr athmen konnte. Da sandteer zu ihr und flehte um ihr Gebet. Im Vertrauen ans Gottes Barmherzig-keit segnete sie Wasser und schickte es ihm. Sobald er davon gekostet hatte,verließ ihn der Schmerz und er war gesund.
Eine Frau in der Stadt Lausanne litt an einem Blutflusse und konntenicht geheilt werden. Da sandte sie einen Boten zu Hildegard und ließ sieum Hülfe anflehen. Diese schickte ihr einen Brief, den sie gegen die Brustund den Unterleib halten und die von ihr vorgeschriebenen Worte aussprechensollte. Als dies geschehen, war sie sofort gesund.
Auch durch Berührung ihrer Haarflechten wurden mehrere Per-sonen geheilt.
Zu Andernach lag ein Soldat todtkrank und man erwartete seinenTod. Da flehte er mit tiefen Seufzern zum Herrn, er möge ihm kraft derVerdienste der h. Jungfrau Hildegard die Gesundheit wieder geben. Als-bald erschien es ihm, Hildegard trete an sein Lager und frage, ob er ge-heilt werden wolle. Als er die Frage bejahte, legte sie die Hand auf seinHaupt und sprach: „Im Namen desjenigen, der gesagt hat, Kranken werdensie die Hände auslegen und sie werden gesund werden, möge diese Krankheitvon dir weichen; sei gesund." Nach diesen Worten verschwand die Erschei-nung: der Kranke aber erhob sich von seinem Lager und war voll-kommen gesund.
Im Jahre l170, nachdem sich die Zahl ihrer Wunder in's Unglaub-liche gesteigert hatte, wurde sie wieder auf das Krankenlager geworfen undso hart mitgenommen, daß sie von sich selbst sagt: „so daß meine Adern