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nicht aus sich sprach, sondern daß ihr alle Worte durch den heil. Geist ein-gegeben wurden.
Hören wir nun, welche Personen es waren, mit denen sie in brief-lichem Verkehr stand.
Die Päpste Eugen III., Anastasius IV., Hadrian IV. und Alexander III.— Die deutschen Könige Konrad III. und Friedrich Barbarossa. — Derh. Bernhard. — Die Erzbischöfe Heinrich von Mainz, Hartwich von Bremen,Arnold und Philipp von Köln, Arnold und Christian von Mainz, Eberhardvon Salzburg, Hillin und Arnold von Trier u. s. w. u. s. w.
Auf den Inhalt dieser Briefe können wir selbstredend nicht eingehen,glauben jedoch anführen zu müssen, daß sie eine wahre Quelle von Weis-heit enthalten und ohne Ansehen der Person selbst Kaisern und Erzbischöfenungeschminkt die Wahrheit sagen.
Außerdem schrieb sie noch eine große Anzahl von Werken, daruntereinen Codex, der so umfangreich ist, daß ein starker Mann ihn kaumtragen kann.
Das Merkwürdigste ist, daß sie auch ein Buch in unbekannter Sprachemit einem unbekannten Alphabet schrieb. Ebenso war sie im Stande, diehimmlischen Lieder, welche sie in der Luft hörte, nachzusingen und niederzu-schreiben. Wir besitzen dieselben noch bis auf den heutigen Tag.
Wir haben gesehen, daß Hildegard, obschon sie keinen Unterricht ge-nossen hatte, die Klosterzucht unter ihren Töchtern musterhaft leitete, einegroße Menge Bücher und Briefe schrieb und zahlreichen Volkshausen dasEvangelium des Herrn predigte und alles dieses mit einem stets von Krank-heit heimgesuchten Körper; aber mit all diesen fast unmöglich scheinendenArbeiten war sie noch nicht zufrieden, sondern stiftete auch noch auf demrechten Rheinufer in der Nähe von Nüdesheim eine neue Niederlassung, dasKloster Eibingen, worin 30 Schwestern Raum fanden.
Diese Klosterstiftung fand im Jahre 1148 statt und Hildegard fuhrjede Woche zweimal über den Rhein, um es an der gehörigen Ueberwachnngnicht fehlen zu lassen. Die erste Zeit aber, wo die mannigfachsten Anord-nungen zu treffen waren, wohnte sie ganz im Kloster Eibingen, dann aberzog sie wieder auf den Rupertsberg.
Einst, als sie mit einem Kahne über den Rhein gesetzt hatte und sichihrem Kloster näherte, kam bei Rüdesheim eine Frau auf den Kahn zu,die einen blinden Knaben auf dem Arme trug, und bat sie flehentlich, siemöge dem Kinde doch ihre Hände auflegen. Da schöpfte Hildegard mit derlinken Hand Wasser aus dem Flusse, segnete es mit der rechten und sprengtedem Knaben dieses Wasser aus die Augen, welcher alsbald sehend wurde.
Eine gewisse Mechtildis sagte aus ihren Eid aus, ihre Mutter habeihr gesagt, daß sie blind zur Welt gekommen. Einst sei die h. Hildegardzu ihrem Kloster nach Eibingen gefahren; als ihre Mutter das gesehen, sei