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wurde auch der h. Rock gebracht und wenn er auch mitunter nach Trierwieder zurückkam, die größte Zeit des 18. Jahrhunderts hindurch war der-selbe in Ehrenbreitstein.
Als der Kurfürst Franz Ludwig von Trier 1732 zum Kurfürst undErzbischof von Mainz ernannt worden war, ließ er einen silbernen Altar-aufsatz in Gestalt eines Reliquicnschreines machen und schenkte denselben derDomkirche von Trier, damit auf ewige Zeiten der h. Rock in demselbenaufbewahrt werde. Dieser wog 35 Ctr. und wurde von dem GoldarbeiterThaddäus Langen in Augsburg angefertigt. Als aber dann im Jahre 1794die Soldaten der französischen Republik an den Rhein kamen, wurde dieserSchrein von denselben nach Frankreich geschleppt und ist nicht wieder seinerfrüheren Bestimmung zurückgegeben worden. Da man aber nunmehr auchin Ehrenbreitstein die heil. Reliquie nicht mehr hinreichend gesichert glaubte,so ließ der Kurfürst Clemens Wenzeslaus nach Berathschlagung mit demWeihbischof von Pidol und den in Ehrenbreitstein anwesenden Domherrendieselbe nach Bamberg und von dort nach Böhmen, sodann aber, nachdemer Bischof von Augsburg geworden, 1803 dorthin bringen.
Als nun Napoleon I. in Frankreich an's Ruder kam, erhielt Triereinen französischen Erzbischof, Carl Mannay. Dieser, nicht wissend, daßdie h. Reliquie in's Innere von Deutschland geflüchtet worden, forderte vomHerzog von Nassau, welcher jetzt im Besitze von Ehrenbreitstein war, die-selbe zurück; als er aber erfahren, daß sie sich in Augsburg befinde, be-wirkte er durch Napoleon selbst, daß sie wieder nach der Domkirche zu Trierzurückgebracht wurde. Am 28. Juni 1810 übergab Clemens Wenzeslauszu Augsburg den Abgesandten von Trier das heil. Kleid, welches von diesenin der Stille auf einem Wagen nach Merzig gebracht wurde, wo es am8. Juli eintraf. Hier brauchte man das Geheimniß nicht mehr zu hütkn,man trug den Schrein in die dortige Kirche und ließ ihn von den National-garden bewachen. Am folgenden Morgen wurde derselbe auf einen offenenWagen gestellt, mit Blumen und Bändern geschmückt und mit Musik,Ehrengeleit und Prozession von einer Pfarre zur andern geführt, bis er inTrier ankam. Dort wurde er von der Geistlichkeit und einer ungeheurenMenschenmenge empfangen und zunächst in der Kirche des h. Mathias nieder-gestellt. Inzwischen ward eine großartige Prozession angeordnet. DieStraßen und Häuser waren geschmückt wie zum Empfange eines Kaisers.Von allen Thürmen ertönten die Glocken, Groß und Kleiu weinte vor Freude.
In der Domkirche wurde der Schrein in die Schatzkammer gestelltund bis zum 31. Juli wohl bewacht. Dann schritt man zur Eröffnungdesselben. Als man die äußere Umhüllung weggenommen, fand man zweiSiegel, welche die österreichische Zollbehörde angelegt hatte, als man beimVorrücken der Franzosen den Schrein von Bamberg nach Böhmen geflüchtethatte. Nachdem die Schlösser abgenommen und dieser Kasten geöffnet worden,