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2: 1887
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von Rollingen und mehreren anderen Priestern nach dem Dome und inihrer Gegenwart ward der Hochaltar eröffnet und der Hofkaplan des Erz-bischofs beauftragt, in das Innere des Altars zu steigen und den kostbarenSchatz aufzusuchen. Dieser fand alsbald zur Rechten einen kunstvollenSchrein, aus alterthümlichem Holz und Elfenbein angefertigt und mit einemnoch unverletzten Siegel, in welchem sich das h. Kleid, ein Würfel und einrostiges Messer befand; die Inschriften, welche sich bei denselben befanden,waren jedoch unleserlich. Es kam nun der Tag heran, wo die Kirche dasFest der Auffindung des h. Kreuzes feiert und dieser Tag wurde für ge-eignet erachtet, die h. Reliquie zur Verehrung auszustellen. Gegen 190,900Menschen waren zu der Feier in Trier zusammengeströmt. Man stellte denh. Rock ans dem Hochaltare so zusammen gefaltcn auf, wie er in demSchreine gesunden worden, allein alsbald ward von allen Seiten der Wunschausgedrückt, denselben vollständig auszubreiten, was denn auch an den darauffolgenden Tagen geschah.

Die Ausstellung der Reliquien rief eine so fromme Begeisterung her-vor, daß man in allen Kreisen der Gesellschaft eine bedeutende Besserungder Sitten gewahrte. Deshalb wandte sich der Erzbischof an den Papstund bat um Bewilligung eines Ablasses für diejenigen, welche mit reu-müthigem Herzen den Dom besuchen und vor dem h. Rocke ihre Andachtverrichten würden. Der Papst bestimmte nun, daß die Ausstellung desh. Rockes alle sieben Jahre und zwar 3 Tage nach der Heiligthumsfahrt inAachen stattfinden solle. Allein diese Zeit konnte wegen der Kriegsunruhennicht inne gehalten werden und erst im Jahre 1531 fand die nächste Aus-stellung unter großem Andränge des Volkes statt.

Sodann berichten die Chronisten über eine Ausstellung am 6. 7. und8. Mai 1585, welche ebenfalls von den Gläubigen zahlreich besucht wurde,— Als im Jahre 1594 der Erzbischof und Kurfürst Ernst von Köln inTrier war, wurde ihm ebenfalls der h. Rock gezeigt.

Im 17. Jahrhundert war die glänzendste Ausstellung die des Jahres1655. Der damalige Erzbischof von Trier erließ ein Rundschreiben an dieGeistlichkeit und die weltlichen Fürsten und ersuchte letztere, ihren Soldatenzu befehlen, daß sie den Prozessionen keinerlei Hinderniß in den Weg legten.Der apostolische Stuhl bewilligte für die Pilger vollkommenen Ablaß. DerZudrang aus Deutschland sowohl als aus anderen Ländern war so groß,daß die Zahl der Priester in der Stadt kaum ausreichte, um sämmtlichePilger Beichte zu hören und ihnen die h. Kommunion zu spenden. Manmußte den heiligen Rock im Freien zeigen, da der Dom die Menschenmengenicht fassen konnte. Die Zahl der Pilger wird über 200,000 angegeben.

Während der traurigen Kriege unter König Ludwig XIV. von Frank-reich (1661—1715) sah sich der Kurfürst genöthigt, seine Hauptstadt Trierzu verlassen und sich in die Feste Ehrenbreitstein zurückzuziehen. Dorthin