Burgberg.
z^Mtwa 2/4 Stunde von dem ehemaligen kurhessischen, jetzt preußischenMarktflecken Lieber entfernt steht auf eiuem 300 Meter hohenGebirgssattel die altehrwürdige Wallfahrtskapelle Burgberg.
Während dieselbe östlich vom Burgberge und westlich vom Galgenberge,beide dicht an die Kapelle herantretende bewaldete Kuppen, verdeckt wird,bietet sich nach Norden eine freie Aussicht in den schönen Biebergrund undnach Süden in das höchst romantische Lochbornthal, in dessen zahlreichenEisengruben Hunderte von Bergleuten beschäftigt werden. Am Fuße desGalgenberges, um welchen Bieber im Halbkreise liegt, vereinigen sich beideThäler und bilden da einen großen Thalkessel, welcher ringsum von einernoch zum Spessart gehörigen, dicht bewaldeten Gebirgskette eingeschlossen ist.
Den Namen hat die Kapelle von der unmittelbar hinter derselben noch100 Meter steil aufsteigenden Burgbergskuppe, die einst mit einer Römer-schanze umgeben war, wovon noch Reste vorhanden sind. Um die Kapelleherum liegt der seit 1876 nicht mehr benutzte frühere Todtenhof für dieKatholiken des Biebergrundes. Ferner liegt außer dem ehemaligen, jetztverkauften Pfarrschulhause in der Umgebung der Kapelle noch ein Bauern-gehöfte. Das nach Osten gelegene Presbpterium der Kapelle, 8 Meter langund 5 Meter breit, ist in rein gothischem Style erbaut und mag wohl ausdem 15. Jahrhundert stammen. Ueber demselben erhebt sich ein circa 30Meter hoher spitzer Thurm. Das an das mit einem Triumphbogen ab-schließende Presbpterium angebaute Langschiff ist ein kastenartiger Bau, dereiner späteren Zeit angehört und ungefähr tausend Menschen fassen kann.Haupt- und Titularpatron der Kapelle ist der heilige Mauritius, zweiterPatron der heilige Nikolaus, deren Figuren zu Seiten des Hochaltares stehen.Die Kirche hat drei sehr schöne geschnitzte Altäre, von welchen der Hochaltarder seligsten Jungfrau geweiht ist und in einer Nische über dem Tabernakeldas Gnadenbild „Maria mit dem Jesukinde" trägt. Von den beiden imLangschiff stehenden Altären ist der rechts dem h. Johannes von Nepomukund den 14 Nothhelfern, der links der h. Thekla geweiht. Das Gnaden-bild scheint nicht älter als der Hochaltar zu sein und ist über eine Wunder-thätigkeit desselben nichts bekannt. Ein Zeichen von wunderbarer Gebets-erhörung ist eine uralte Krücke, die hinter dem 14 Nothhelferaltar aufbe-wahrt wird.
Die Sage berichtet, daß der heilige Bonifazius auf seinen Reisen vonMainz nach Fulda am Burgberge gerastet und dadurch die erste Veran-lassung zum Bau der Kapelle gegeben habe. Wahrscheinlichkeit erlangt dieseSage dadurch, daß die einzige Verkehrsstraße aus jener Zeit für Mittel-deutschland die von Mainz nach Fulda-Erfurt über die Höhenzüge des
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