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fühlte, wie ein Engel von dem Himmel stieg, seine Wunden berührte undvollkommen heilte.
So wunderbar gesund geworden kehrte er zurück in seine VaterstadtMontpellier. Hier war gerade Krieg ausgebrochen. Man hielt den fremdenBettler für einen Spion und sein eigner Oheim warf ihn in's Gefängniß.Ein Wort von ihm hätte genügt, um befreit und mit Beweisen der Liebeüberhäuft zu werden. Allein er fühlte sich zu glücklich darüber, aus Liebezu Jesus unerkannt Schmerz, Banden und Kerker zu erleiden. Er duldetediese Gefangenschaft 5 Jahre lang, bis ihn Gott durch den Tod davon er-löste. In seiner Hand fand man nach seinem Hinscheiden eine Tafel, aufdie von der Hand eines Engels sein Name eingeschrieben war und dieWorte: „Lris in xeste xatrovus: In Pestkrankheit wirst du Patron sein."
„Sein Grab wird glorreich sein," sagt der Prophet von dem Grab-mal Christi. Dasselbe kann man von dem des h. Rochus sagen. Gottverherrlichte dasselbe alsbald durch viele und große Wunder. Die Verehrungdes Heiligen verbreitete sich von dem Orte seiner Heimath immer weiter unddehnte sich bald über die ganze Kirche aus. Von der ganzen Christenheitwird er verehrt als Patron der Pestkranken.
Auch in der Diözese Fulda zollt man dem h. Rochus eine besondereVerehrung. In der Stadt selbst findet sich ihm zu Ehren in der St.Michaelskirche eine eigene Kapelle mit kostbaren Reliquien von ihm. Diebesuchteste Wallfahrtskapelle steht auf einer anmuthigen Anhöhe zwei Stundenvon Fulda bei Kämmerzell. Zu ihr pilgern die Gläubigen am Feste desHeiligen in großer Anzahl von nah und fern. Bis, in dieses Jahrhunderthinein ging jedes Jahr von dem Michaelsberge zu Fulda eine große Pro-zession nach dem St. Rochusberge. Noch jetzt wird am Feste des h. RochusMorgens 6 Uhr Hochamt mit Segen gehalten, an welches ehedem die Pro-zession sich anschloß. Bei der Wallfahrt, welche von Kämmerzell zur Kapellehinaufgeht, mußten früher alle Theilnehmer barfuß gehen. Abstinenz vonFleisch, welche die Voreltern der Pfarrgemeinde auf diesen Tag gelobt haben,wird noch ferner trotz der zahlreichen Besuche von Verwandten und Bekanntenstrenge beobachtet. Kapelle und Andacht verdanken ihren Ursprung einemGclöbniß, das die Pfarrgemeinde im Jahr 1624, als die Pest in Stadtund Umgegend Fuldas ihre Verheerungen anrichtete, zu Ehren des h. Rochusgemacht hat. Ein Weg, der von Lüdermünd eine Strecke seitwärts vonKämmerzell nach Fulda führt, heißt heute noch der Pestweg, weil die Lüder-münder, bei denen die Pest ausgebrochen war, auf ihrem Weg nach Kämmer-zell, das verschont geblieben war, nicht betreten durften.