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Die Wallfahrt zum h. Rochus bei Kämmerzell.
I^^eber diese Wallfahrt konnten wir trotz aller Bemühungen keineweiteren Nachrichten auffinden, als in einem Artikel des Boni-faciusboten vom l ö. August 1885 enthalten sind. Wir theilen denselbendaher nachstehend mit.
Der h. Rochus wurde gegen Ende des 13. Jahrhunderts zu Mont-pellier in Frankreich geboren. Seine Eltern, Herren dieser Stadt und Um-gegend, waren reich an zeitlichen Gütern, aber reicher noch an Tugend undFrömmigkeit. Bei ihrem Tode war Rochus zwanzig Jahre alt. Trotz seinerJugend verzichtete er auf die ihm zufallende Herrschaft zu Gunsten seinesOheims und vertheilte seine übrigen Güter unter die Armen, um fortan,selbst arm, den armen Kranken zu dienen und von Almosen zu leben. Zudiesem Ende verließ er in dürftigem Pilgergewande seine Heimath, durch-wanderte unbekannt viele Städte Italiens und machte nur da Rast, wo erin den Spitälern Pestkranke zu pflegen fand. In Piacenza wurde er selbstvon der Seuche ergriffen. Die Schmerzen, die er erduldete, waren so furcht-bar, daß laute Seufzer von selbst seiner Brust sich entwanden. Um dadurchden anderen Kranken nicht lästig zu fallen, verließ er sein Lager und ver-barg sich in einem Winkel neben dem Hause. Hier bemerkten ihn einigeBürger, und da sie fürchteten, er möge Ansteckung verbreiten, so zwangensie ihn, den Ort zu verlassen.
Der Kranke suchte mehr kriechend als gehend einen nahe gelegenenWald auf. Allein hier wartete seiner noch eine andere Prüfung. Zu denSchmerzen der Seuche kam noch die Qual des Hungers und die Gefahr,den Hungertod zu erleiden. Wird ihn Gott verlassen in dieser äußerstenNoth? Gewiß nicht. Wie er ehedem dem Einsiedler Paulus einen Rabensandte, der ihm täglich ein halbes Brod brachte, so wollte er auch diesemseinem heldeumüthigen Diener wunderbar zu Hülfe kommen.
In der Nähe des Waldes war ein Schloß, in dem der Eigenthümereben Wohnung genommen hatte, um vor der Ansteckung sicher zu sein. Der-selbe bemerkte eines Tages, daß einer seiner Jagdhunde ein Brod erhäschteund damit eilends dem Walde zulief. Dieses wiederholte der Hund mehrereTage hintereinander. Neugierig, wohin er das Brod bringe, ging man ihmendlich nach und sah, wie er dasselbe einem armen Kranken zu Füßen legte,dann liebkosend au demselben hinaufsprang, wie wenn er sich freue, ihmdiesen Dienst leisten zu können. Zugleich bemerkte man, wie an dieserStelle eine neue Quelle sprudelte, die den Durst des Kranken stillte.Staunend betrachtete man das Schauspiel. Der h. Rochus aber sah und