ich rathe euch aber für jetzt, ruhig auseinander zu gehen." Da man denBürgermeister sonst im Leben als einen guten Mann kannte, so nahm manseine Worte so auf, als ob aus denselben ihnen wieder ein Hoffnungsstrahlleuchte, den Rosenberg zu erhalten. In einem Augenblicke war die Sceneumgewandelt; es erschallten von dort her, wo die Frauen standen, geistlicheLieder und Rnfe der Freude: „O Maria, du verlässest uns nicht, du ver-lässest Niemand, so zu Dir ruft!" Alles schickte sich nun zur Heimkehr an.
Der erste Sturm hatte sich nun gelegt, doch der Kampf dauerte fort.Da die schriftlichen Verhandlungen keine sichere Aussicht für die Zukunfterwarten ließen, so unternahm der genannte Jakob Lickting eine Reise nachSpeyer, um dort bei geistlicher und weltlicher Behörde für die Erhaltungdes Rosenberges im Namen der beiden Orte Bnrgalben und Donseders Für-sprache einzulegen. Wir finden ihn am Thore des Regiernngsgebäudes aufeiner Bank sitzen, als echten Westlicher mit kurzem Wambs, den Dreispalterauf dem Kopf und sein Klöbchen rauchend. Da erscheint ein Bedienter infeiner Livrä und heißt ihn zum Herrn Präsidenten kommen. Um die Ursacheseines Hierherkommens befragt, bringt er seine Bitte vor und erwirkt wenigstensso viel, daß der Herr Präsident ihm verspricht, selbst an Ort und StelleEinsicht zu nehmen und nähere Erkundigungen einzuziehen. So verstrichwieder einige Zeit zwischen Furcht und Hoffnung, als eines schönen Morgensauf der Anhöhe vor Donsieders gegen das Fischbacher Thal hin vier Herrenerschienen und auf dem Platz, wo jetzt ein großes Kreuz steht, still hielten,als wollten sie die Gegend betrachten. Der Eine sprach: „Das hätte ichnicht geglaubt, hier eine so herrliche Aussicht zu finden. Ist diese erste voruns liegende Kirche der Nosenberg?" — „Ja!" — „Man hat mir berichtet,diese läge in einer finstern engen Thalschlucht und diene leicht als Schlupf-winkel für allerlei schlechtes Gesindel. Man hat mich demnach falsch belehrt.Diese Kirche liegt ja sammt den Orten Burgalben und Fischbach sehr freund-lich." Und der diese Worte gesprochen, war der Herr Regierungspräsidentvon Speper. Von diesem Tage an war noch kein halbes Jahr verflossen,als ein neuer Pfarrer in Clausen einzog, Namens Anton Völlinger; derandere, der Anführer der Korbprozession, hatte seinen Wanderstab ergriffenund war abgezogen.
Völlinger, überzeugt von der gerechten Sache der Filialorte Burgalbenund Donsieders, überzeugt auch von der großen Liebe und Anhänglichkeitder ganzen Umgegend an den Rosenberg, berichtete an die geistliche Ober-behörde also: „Die Kirche auf dem Rosenberg müsse den beiden katholischenCultusgemeinden, da sie ihr Eigenthum sei, erhalten werden 1. weil sie diesihr Eigenthum seit unvordenklichen Zeiten besessen hätten; 2. weil unmittel-bar an der Kirche auch ihr Begräbnißplatz liege und man ihnen nicht zu-muthen könne, zum Leichengottesdienst von dieser ihrer Kirche hinweg unddreiviertel Stunden weit zur Pfarrkirche nach Clansen zu gehen; 3. seien
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