bringen. Das Hauptfest wurde damals auf Christi-Himmelfahrt gefeiert.Da in Burgalbcn an demselben Tage auch Tanzmusik gehalten wurde, soscheint dieses der Einweihungstag der Kirche des Rosenberges gewesen zusein. Zur Erhöhung der Wallfahrt und Erweckung größerer Andacht trugdiese Zuthat der Tanzbelustigung keineswegs bei. Da half Gott in andererWeise. Viele Priester mußten damals der Revolution wegen Frankreich ver-lassen und erhielten längere oder kürzere Zeit in der Umgegend vom Rosen-berg gastliche Aufnahme. An einem Weihnachtsfeste in den neunziger Jahrenwaren in Radalben 100 Priester anwesend, die an drei Altären von Mitter-nacht an bis Mittags 12 Uhr Messe lasen. Nach einigen Wochen vertheiltensie sich in die anderen Orte, wo sie zum Theil blieben bis zu ihrer Rück-kebr nach Frankreich. Diese Priester wirkten als Seelsorger sehr eifrig.Anfangs hielten sie Gottesdienst in den Häusern, ermunterten die Leute zumKirchenbau und legten so den Grund zur Errichtung von Pfarreien. Soin Clausen, Haltersberg, Pirmasens, Fehrbach u. s. w. In Clausen findetman im Becker'schen Hause an der Wand, wo der Altar stand, ein Ver-zeichniß aller Priester, die in Clausen damals gastlicher Aufnahme sich er-freuten.
Nach der Revolution und den Kriegen Napoleons, als die Pfalz anBayern gekommen war, traten, obgleich man unter der milden HerrschaftBayers sich wohl befand, für den Rosenberg schlimme Zeiten ein. Zu demallgemeinen Priestermangel gesellte sich ein von den höheren Studienanstalten,besonders von München, ausgehender, in religiösen Dingen aufgeklärt seinwollender Geist. Die Wirkung dieser Geistesrichtung zeigte sich, wie früherin Oesterreich und Frankreich, so auch hier in gewaltsamer Aufhebung derKlöster, Unterdrückung der Wallfahrten, Beschränkung der Prozessionen,vieler Andachten und Bruderschaften. Und diesem Geist sollte auch derRosenberg zum Opfer fallen. Als Grund wurde angegeben, es kämen beidieser Wallfahrt große Aergernisse vor: betrunkene Personen purzelten aufdem Wege umher, ja in Burgalben werde sogar Tanzmusik abgehalten, wo-bei es oft Streit und Mißhandlung absetze, u. s. w. An diesen Klagenmag wohl etwas Wahres gewesen sein, man denke nur an die allbekannteSpekulation mancher Schenkwirthe. Burgalben, das dem Rosenberg nächst-gelegene Dorf, liegt etwa zehn Minuten davon entfernt und um den Nosen-berg herum befand sich keine Wohnung; es hatten also die Wirthe am großenWallfahrtstage besondere Buden oder Trinkhallen errichtet. Leicht konntenPersonen, insbesondere wenn sie weit hergekommen waren, mit wenig Weinbetrunken werden und die Tanzmusik in Burgalben war wirklich ein miteiner Wallfahrt durchaus sich nicht vertragender Mißbrauch. Statt aberden Mißbrauch abzustellen, wollte man die Wallfahrt aufheben.
In jener Zeit gehörten Burgalben und Donsieders, ersteres im Thal,letzteres auf der Höhe gelegen, als Filialorte zur Pfarrei Clausen, während