In der Kapelle befindet sich ein sehr altes, aller Kunst entbehrendes,aus Holz geschnitztes Bild der Mutter Gottes, die ihr göttliches Kind aufdem Arme trägt. Vor diesem Bilde verrichten die Wallfahrer gern undmit großem Vertrauen ihre Gebete und rühmen es, durch die Fürbitte derlieben Mutter Gottes auf dem Rosenberg schon oft Erhörung und Hülfein ihren Anliegen gefunden zu haben. Augenleidende besonders haben dieGewohnheit, bei ihren Gebeten ihre Augen und sonstige kranke Theile desGesichtes auch mit dem Kleide des Muttergottesbildes zu berühren. AlsAusdruck des Dankes für Erhörung ihres Gebetes haben fromme Gläubigenschon öfters Votivgeschenke überschickt, die in der Kapelle aufbewahrt werden.
Woher und aus welcher Zeit das Bild stammt, ist nicht bekannt.Wem Anscheine nach ist es das ursprüngliche Mnttergottesbild, das vonAnfang an in dieser Muttergotteskapelle, vielleicht als Altarbild zur Ver-ehrung aufgestellt war und das einzige Mobilienstück der Kapelle, das sichaus dem vielfachen Wechsel und den Stürmen der vergangenen Jahrhundertebis zu uns gerettet hat.
Ueber die Geschichte von Maria Rosenberg liefert uns das Pfarrarchivvon Waldfischbach Folgendes:
„Die Entstehung der Wallfahrtskirche „Maria Rosenberg" stammt ausdem 11. Jahrhundert. Damals bildete Burgalben die am äußersten Endenach Westen gelegene Pfarrei des Bisthums Speyer, grenzend an das Bis-thum Metz. Die Kirchenspaltung verursachte das Eingehen dieser Pfarrei.Der Thurm der alten Pfarrkirche steht noch und bis zum Jahr 1850 gabdas Kreuz auf demselben Zeugniß von des Thurmes früherer Bestimmung.Im elften (?) Jahrhundert ließ der damalige Pfarrer von Burgalben unge-fähr auf der halben Höhe des nahen Berges, am Rothenberg genannt, einKirchlein bauen. Rothenberg hieß der Platz wegen der daselbst sich be-findenden rothen Sandsteinerde. In und nach der Reformationszeit bildetedieses Kirchlein für die dem Glauben ihrer Väter treu gebliebenen Katho-liken aus Burgalben und dem nahe gelegenen Waldfischbach einen Sammel-platz. Ja auch aus weiterer Entfernung kamen fromme Seelen hierher, umdaselbst durch die Fürbitte der Mutter Gottes Friede und Trost zu finden.
Wie aus dem Namen „Rothenberg" der Name „Rosenberg" ent-standen ist, weiß man nicht; blos eine Volkssage gibt hierüber einige An-deutung. Im Schwarzbacher Thal, wo die Seitenthäler von Clausen,Leimen und Haltersberg münden, erhebt sich ein Berg am rechten Ufer derSchwarzbach, der Schloßberg genannt. Auf seinem Rücken zeigen sich Bau-reste eines sehr alten und festen Kastells. Die noch übereinander geschichtetenBausteine haben nach allen Seiten eine Ausdehnung von weit über einemMeter. Man findet die Spuren zweier Thore und einen im Felsen einge-hauenen Brunnen. Dort soll vor alten Zeiten ein Graf gehaust haben, dercine Tochter hatte, die ganz gegen seinen Plan den jungfräulichen Stand