Druckschrift 
2: 1887
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Das nach Osten gelegene Langschiff nebst Thurm, sowie die Hallen umdie Kirche und das Kloster wurden in der jetzigen Weise erbaut durch denBischof Theodor Potocki in den Jahren 1715—1717. Aus der Fahne desThurmes steht die Jahreszahl 1715; auf einer Votivtafel unter den Hallenfinden wir folgende Inschrift:

Hsnori illius gui sst iu ornnidus st supsr ornnia DsoXäorationi illius guas sst supsr oruuss ersaturasNatri Osi

Iluiuilitati guus sst junua uä ooeluiu L. ?utris llraueissiOoruruoäitati tilioruru sjus äldsoäorus lüp»issopussxstrutit unuo 1717.

An der Decke in der Sakristei, welche außerhalb der Hallen im Kloster-gebäude liegt, lesen wir die Worte: XXVIII Lsxtsrullsr 1717. — EinBericht des Bischofs Stanislaus Grabowsky aus dem Jahre 1745 erwähnt,daß sich in Springborn 9 Priester und 4 Laienbrüder der polnischen Mino-riten befänden. Durch das Edikt vom 30. Oktober 1810 wurde daH Klosternebst den beiden andern ermländischen Franziskanerklöstern (Kadienen undWartenburg) aufgehoben, die Kirche aber blieb einstweilen noch für denGottesdienst geöffnet, bis der letzte der Franziskanerpaters, der GuardianRochus Haushalter, am 23. Januar 1826 gestorben war. Bald darauffolgte die Schließung. Der Fürstbischof Joseph von Hohenzollern schreibtdarüber unter dem 11. Juni 1826 an den Staatsrath Schmedding: „Wieruhig, wie still ergeben übrigens der Ermländer sich auch in die schmerz-lichsten Anordnungen seiner weltlichen Obern fügt, zeigt der Jammer-Auftrittbei der Schließung der Klosterkirche in Springborn! Tausende waren hin-gewallet, um zum letztenmale in dem kleinen aber schönen Gotteshause demunblutigen Opfer beizuwohnen, Ströme von Thränen flössen aus den Augen

*) Gott dem Allerhöchsten

und der erhabenen Jungfrau und Mutter geweiht.

Nachdem Preußen von der Furcht des zweiten schwedischen Krieges unter derfriedlichen Regierung des glücklichen Siegers Wladislaus IV. befreit und Pillau,Braunsberg, Elbing, Marienburg, Derschau den Schweden wieder entrissen worden, hatNikolaus Szyszkowski, Bischof von Ermland, in Erfüllung eines Gelübdes diese Ka-pelle an diesem durch sehr alte Verehrung der Jungfrau und Wunder berühmten Orteerrichtet und geweiht, damit in derselben alle Geschlechter die Mutter selig preisen aufewige Zeiten. Im Jahre I K41.