der trefflichen ermländischen Christen hernieder! Der Priester sang nicht,sondern schluchzte die Präfation, — es war eine stets sehr besuchte Kirche,
— so blieb das Volk bis^zum späten Abend in dem Tempel! Man hörtewohl das Jammern und Wehklagen der Armen und Trauernden, doch kein
— Murren —! Als nun, bei einbrechendem Dunkel, das Haus des Herrn,wo seit einer Reihe von Jahren viele blutende Menschenherzen Trost, Hei-lung, Umschaffung gefunden hatten, von der jammernden Christenschaar ver-lassen wurde, da schloß man die Pforten der Kirche und des Klosters, undder Hr. Landrath, Hr. von Schön's menschenbeglückenden Bestrebungen hul-digend, soll in seinem Berichte seine Freude über diesen neuen Stoß, den dasMönchthum in Ermland erlitten, unverhohlen ausgedrückt haben!! Jetzt gehtes rasch auf Christburg los."
Indessen sollte diese Schließung nicht lange dauern. Nachdem ein Laie,derksogenannte P. Silberbach, die Klosterräume mehrere Jahre bewohnt unddie Wallfahrer bedient hatte, wurde am 6. April 1843 der Kaplan AntonWitt aus Seeburg als Commendarius an der Kapelle zu Springborn an-gestellt, welcher hier bis zu seinem Tode am 11. Mai 1853 wirkte. Nachihm wurde einer der Kapläne aus Kiwitten, in welchem PfarrsprengelSpringborn liegt, hier stationirt, und zwar zunächst Joachim Boenig (1853bis 54), dann Anton Hosmann (1855—57) und Lorenz Schmidt (1857bis 61). Darauf folgten als Direktoren der neu organisirten Demeriten-anstalt Robert Hoppe (1861—66) und Lorenz Schmidt (1867—70). Am11. Juni 1870 zogen auf Grund eines Abkommens ck. ä. 2. April 1870die Lazaristen hier ein, welche unter den Superioren Heinrich Richen (1870bis 71), Peter Stollcnwerk (1871—72) und Conrad Ströver (1872—73)bis zu ihrer Ausweisung auf Grund des Reichsgesetzes vom 4. Juli 1872,d. h. bis zum September 1873, eine reichgesegnete Thätigkeit durch Exer-citien und Missionen entfalteten. Neben den drei Genannten wirkten nochzeitweilig die Gottfried Heck, Joseph Breidenbach und Dominikus Wobbe,früher Erzpriester in Heilsberg, sowie 4—5 Laienbrüder. Seit 1873 istDirektor der Anstalt Adalbert Wagner, früher Propst in Heilsberg.
Die vorzüglichsten Wallfahrtstage in Springborn sind die Feste desh. Antonius, der hh. Apostel Petrus und Paulus, der Heimsuchung Mariä,der h. Anna, Portiuncula, des h. Laurentius, des h. Franziskus und der1. Sonntag im September. Außerdem kommen zufolge besonderen Gelübdeseinzelne Ortschaften auch an anderen Tagen. Es betheiligen sich an denWallfahrten von Städten Heilsberg und Bischofstein; von Kirchspielen:Kiwitten, Roggeuhausen, Krekollen, Wernegitten, Reichenberg, Reimerswalde,Siegfriedswalde, Wuslack, Lautern, Freudenberg, Prossitten, Frankenau,Plusen und Santoppen, Sturmhübel. Dann kommen noch folgende Ort-schaften: Kleiditten, Kerschdorf, Neuendors, Klotainen, Retsch, Lotterbach,Markheim, Blumenau, Lauterhagen, Linglack, Lawden, Langwiese, Gegothen,