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von einem Krämersdorfer Besitzer 4 .'weitere Morgen anzukaufen, so daßgegenwärtig die St. Rochus-Kapelle ein Areal von über 13 Morgen besitzt.
Im Jahre 1866 wurde die Kapelle um 5ftz Meter verlängert, umeinestheils der Menge der Wallfahrer mehr zu genügen, anderntheils aberauch, um mehr Platz für die Beichtstühle zu gewinnen, indem bisher einTheil der Aushülfe leistenden Geistlichen außerhalb der Kapelle Beichte hörenmußte, was bisweilen wegen ungünstiger Witterung nicht möglich war. Beidieser Gelegenheit erhielt die Kapelle einen verzierten Westgiebel, so daß die-selbe nun auch von Außen einen freundlicheren Anblick gewährt. Bei ihrernunmehrigen Länge von etwa 113 Fuß und einer Breite von 48 Fuß über-trifft sie an Größe bei weitem sehr viele ermländische Landkirchen und ver-mag deshalb auch eine recht ansehnliche Anzahl von Pilgern zu fassen.
So ward dieser Ort immer mehr eine Lieblingsstätte der Andacht fürdie ganze Gegend. Bei jeder Noth und namentlich bei Krankheit und Siech-thum nahmen die Umwohner dahin ihre Zuflucht, fast alle umliegendenDörfer gelobten bei vorkommenden Unglücksfällen dahin bleibende jährlicheOpfer, und beinahe täglich, wenn man die einsamen Waldstege einhergeht,begegnet man einem oder dem anderen frommem Beter, dessen Gesicht nochvon heißer Andacht zeugt. Wer aber daselbst längere Zeit in Mitte desVolkes gelebt, weiß am besten, wie vielfach in der That die Gebetserhörungensind, mit denen Gott dortselbst seine Gläubigen begnadigt.
Die besonderen Feste endlich, welche jährlich in dieser Kirche begangenwerden, sind folgende: 1. das Fest des h. Adalbert; 2. der Schluß (Donners-tag) der Fronleichnamsoktav; 3. der Freitag vor dem Feste der h. MariaMagdalena; 4. das Fest des h. Rochus, des Titularpatrons der Kirche,am 16. August, welches jetzt regelmäßig am Sonntage vorher begangenwird; 5. das Kirchweihfest am Sonntage vor dem Feste des h. Michael;6. der Freitag vor dem Feste der h. Elisabeth. Das mit vollkommenem Ab-lasse verbundene Patrociniumsfest des h. Rochus ist am zahlreichsten besucht.Prozessiousweise erscheinen an diesem Tage, um dem Herrn ihre Gelübdedarzubringen, die einzelnen Ortschaften aus den Kirchspielen Secburg,Franken«», Freudenberg, Lautern, Prossitten, Siegfriedswalde und Plausen,aus dem Kirchspiel Bischofstein die Dörfer Klakendorf und Gerthen, ausdem Kirchspiel Glockstein die Ortschaft Schöneberg, aus dem KirchspielKiwitten die Dörfer Bleichenbart, Kleiditten und Springborn, aus dem Kirch-spiel Rössel die Dorfschaft Robawen, und aus den benachbarten polnischenKirchspielen die Ortschaften Jadden, Derz, Gr. Kronau und Kirschdorf.