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2: 1887
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das Bedürfniß nach einer geräumigeren Kirche wurde immer fühlbarer.Schon 1716 wendete sich der damalige Erzpriester Christophorus Köslingmit der Klage an den Bischof, daß die Kapelle an einem sehr feuchten Orteliege, zudem zu klein sei, um der herbeiströmenden Menge der Gläubigenauch nur einigermaßen zu genügen. Man traf denn auch wohl bald An-stalten zum Neubau. Aber erst 1722 wurde unter dem nachfolgenden Erz-priester Andreas Mocki durch cheu damaligen Dompropst und WeihbischofMichael Laßewski feierlich zu demselben der Grundstein gelegt. IndemMocki bald darauf als Erzpriester nach Braunsberg, und sein NachfolgerJoseph Lamprecht desgleichen schon 1738 als Erzpriester nach Wormdittversetzt wurde, blieb der Bau liegen und konnte erst 1750 durch den Erz-priester Andreas Zorawski vollendet werden. Es ist dies wesentlich dieselbeKirche, welche noch heutigen Tages steht, massiv gebaut, damals 95 Fußlang, 48 Fuß breit, mit einer Signaturglocke in einer Luke des Ostgiebelsund einer 22 Fuß langen und 19 Fuß breiten Sakristei versehen. DasInnere aber konnte anfangs nur sehr dürftig bedacht werden. Der Altaraus der alten Kapelle war auf die Evangelienseite gesetzt, zum Hochaltarhatte der Fürstbischof Grabowski einen Altar aus seiner Schloßkapelle zuHeilsberg geschenkt; der Altar ans der Epistelseite war zwar neu, aber fastweniger als einfach. So sah das Ganze eben nicht glänzend aus. Erstallmälig ersetzte man diese Stücke mit neuer geschmackvoller staffirter Arbeit,worauf dann am 26. September (den 18. Sonntag nach Pfingsten) desJahres 1790 die feierliche Consekration derselben durch den FürstbischofKrasicki erfolgte. Ein Gedenkstein hinter dem Altar eingemauert gibt darübernähere Auskunft. Nach ihm wurde die Weihe auf den Titel des h. Rochusvollzogen, in den Hochaltar aber dabei die Reliquien der hh. MärtyrerPerpetuus, Bouifazius und Benediktus gelegt. Auf der Stelle übrigens,wo die h. Gefäße von den Kindern aufgefunden (denn die Kirche hattewegen des morastigen Bodens etwas weiter nach Süden gezogen werdenmüssen), hatte schon 1777 ein Altsitzer aus Lokau ein schönes aus Stein ge-arbeitetes Kreuz setzen lassen, welches noch steht.

Die St. Rochuskapelle besaß bisher nur ein sehr beschränktes Terrain,nämlich 1 Morgen 13 m Ruthen incl. Baustelle. Da nun aber im Laufeder Zeit die Wallfahrer sich sehr vermehrt hatten, so konnte dieser kleinePlatz die Menge der Wallfahrer, resp, die ihnen gehörenden Fuhrwerke nichtmehr fassen. Deshalb wollte der Erzpriester Kabath im Jahre 1863 mitGenehmigung des Ordinariates aus dem angesammelten Kirchenkapital dasneben genannter Kapelle liegende Grundstück eines Eigenkäthners taufen.Da aber wegen zu hohen Preises aus diesem Ankaufe nichts wurde, so sahsich Erzpriester Kabath, um andern Ansiedlungen, die leicht zur Verhinderungder Wallfahrten hätten dienen können, vorzubeugen, genöthigt, im Jahrel865 von einem Lokauer Besitzer etwa 8>/z Morgen und im Jahre 1866