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von Freudenberg und Stanislans Matakowski von Frankeuau, sowie desGutsbesitzers Troßke von Potritten, in strenges Verhör. Da bestätigten siein allem den eben erzählten Hergang. Befragt, ob in der Pixis das hoch-würdigste Gut enthalten gewesen, konnten sie keine Auskunst geben; docherschien dies fast wahrscheinlich wegen des wunderbaren Verschwindens desheiligen Behältnisses bei dem Lästern des Knaben. Man nahm also überdas Ganze ein Protokoll auf; die eingelieferten Stücke der Monstranz aberwurden in der Lokauscheu Kirche aufbewahrt, von wo sie jedoch bei einemspäteren Diebstahl wieder entwendet worden. Im Jahr 1704 stellte derErzpriester Senkler nochmals ein Verhör darüber mit dem damals nochlebenden Adalbert Henig an, der Alles aufs neue bestätigte.
Inzwischen hatten die Bewohner Lokau's an der Stelle, wo sich dieszugetragen, ein Kreuz errichtet (i. I. 1653). Fortan pilgerte man dahinhäufig aus den benachbarten und entfernteren Ortschaften. Es schien auchin der That der Ort und die ganze Umgebung förmlich zu einer derartigenAndacht geschaffen. Des einsamen Waldes Dunkel, gemildert durch denEinblick der grünen Feldesflur, das ernste Rauschen der Bäume, getragenvom tausendstimmigen Gesang der Vögel, die geheimnißvolle Stille des dicht-anliegenden Moorgrundes mit dem undurchdringlichen Laubwerke warenwirklich eine sinnige Einfassung zur Anbetung des im heiligsten Sakramenteverborgenen Gottes.
Es geschah bald darauf (1709), daß eine furchtbare Pest im ganzenBisthum Ermland wie im benachbarten Preußen wüthete und alle Gemüthermit Furcht und Zagen erfüllte. Natürlich eilten da die Bewohner der Um-gegend mit besonderer Inbrunst zu der liebgewordenen Waldesstelle undbrachten dort dem Allerhöchsten ihre Gelübde dar. Drei achtbare Männeraber, die Bürger und Rathsmänner Jakob Walcker und Johann Knnigaus Seeburg, sowie deren Verwandter, der Kaufmann Johann Waßkeit ausKönigsberg, getrieben von besonderer Ehrfurcht gegen dieselbe, thaten dasGelöbniß, zu Ehren des hh. Sakramentes daselbst eine Kapelle zu bauen.Die Kriegscalamitäten der nächstfolgenden Jahre jedoch verhinderten daslöbliche Vornehmen. Erst nach deren Tod kam dasselbe zu Stande, indemihre sie überlebenden Witwen Anna Walcker, Justina Kunigk und Mar-garetha Waßkeit es zur Ausführung brachten. Im Jahre 1669 wurdedann besagte Kapelle zu Ehren des hh. Sakramentes auf den Titel desh. Rochus und des h. Johannes^ des Täufes benedicirt, und zugleich miteinem Vermögen von 342 Thalern ausgestattet, welche Summe theils ausOffertoralien, theils aus Collekten zusammengekommen war.
Die Menge der Wallfahrer stieg nun von Jahr zu Jahr, und diezahlreichen Weihgeschenke, mit denen die Kapelle überhäuft wurde, bezeugten,wie viele dort für ihre geistliche und leibliche Noth Erleichterung gefunden.Bald konnte dieselbe die übergroße Schaar der Pilger nicht mehr fassen,