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der lutherischen, also auch der katholischen, in Preußen, d. i. in Altpreußen,wo die Heiligelinde gelegen, unter Strafe und Hinweis auf „das Amt desSchwertes wider die Ungehorsamen und sonderlich wider die Aufrührerischen"verboten. Nur im Fürstbisthum Ermland, d. i. in den jetzigen landräthlichenKreisen Brannsberg, Heilsberg, Rössel, Allenstein, wo die Bischöfe nebender geistlichen zugleich die weltliche Oberherrschast führten, blieb die katholischeReligion zufolge des von den Bischöfen ihr gewährten Schutzes erhalten.Mit Ausnahme der lutherischen Prediger galten in Altpreußen alle übrigenGeistlichen als „Winkelprediger", welche nicht zu dulden waren. Ans dieseWeise gingen der Diözese Ermland damals 138 Pfarreien in den Land-schaften Natangen, Barthen, Masuren, darunter auch die Heiligelinde, ver-loren, wobei jedoch noch eine ziemliche Anzahl von Pfarreien, z. B. die zuPülz bei Heiligelinde, gänzlich aufgehoben wurden und eine Zuschlagung zurnächsten protestantischen Kirche stattfand. Die Hinüberleitung des Volkeszur Lehre Luthers geschah um so leichter, als anfänglich bei Einführung derReformation im Gottesdienste vieles so blieb, wie es zu katholischen Zeitenbeobachtet worden war, nur „Mißbräuche" sollten abgeschafft und die alteLehre wieder hergestellt werden, allerdings im Gegensatze zu Rom und demStuhle Petri. So blieb die Erhebung der Hostie während der „Messe",wie das lutherische Volk in Litthauen noch heute den protestantischen Gottes-dienst nennt, noch etwa 20 Jahre nach Einführung der Reformation inPreußen bestehen, noch im Jahre 1568 sang man in lutherischen Kirchenden Lobgesang Marias, die Einzelbeicht sammt den Beichtstühlen wurde über100 Jahre beibehalten.
Wie aber die Geschichte lehrt und die Gegenwart beweist, fallen Klösterund Wallfahrts-Gnadenkirchen als in vorzüglichem Sinne katholische Anstaltenund edle Theile am Leibe der Kirche den Religionsstürmern am ersten zumOpfer: wie sie vom katholischen Volke hoch geehrt sind, so werden sie vonden Gegnern besonders gehaßt und angefeindet. Das traf auch bei derHeiligelinde zu. Schon im Jahre 1524, noch bevor der letzte HochmeisterAlbrecht offen zur lutherischen Reformation übergetreten, wurde die Kapellezu Heiligelinde von einem Pöbelhaufen aus Rastenburg mit Wissen undWillen des Amtshauptmanns Wolf von Heideck zerstört, der Lindenbaum,auf welchem bis dahin das Gnadenbild der Muttergottes gestanden, um-gehauen und das Bild selbst bei Seite geschafft und vernichtet. Heideck warnach L. David ein „sonderlicher Liebhaber und Förderer der reinen Lehredes Evangelii"!
Aber es sollte noch ärger kommen. Den 24. November 1541 ergingdurch herzogliche Verordnung eine harte Androhung gegen diejenigen, welche„wachsene Bilder, Kränze oder Lichte, oder es sei was es wolle, zu Trauungenoder sonst für ihre Krankheiten oder Widerwärtigkeiten in die Kirche bringenund aufopfern würden", also besonders gegen die Wallfahrer, welche Opfer