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uns die alten Schriftsteller von jenem Ereignisse machen. Die Heiligelindeliegt gerade ans der Grenze von Barthenland und Ermland, in einer Ge-gend, die noch vor ca. 50 Jahren eine Wildniß bildete und Haide genanntwurde, hat zwei langgestreckte Bergrücken und dazwischenliegende Seen.Woplak, in dessen Gebiet der Großfürst eben einzog, ist darum genannt,weil es zu jener Zeit der Hauptort der Gegend war und die Stadt Rasten-burg damals noch nicht bestand. Auch heißt die Stelle, wo die älteste Kircheund Propstei in Heiligelinde stand, „der Plozische Acker zur Linde in derHaide", führt also fast denselben Namen, wie der Ordensmarschall Heinrichvon Plozk, unter dessen Führung der Sieg über die Litthauer errungenwurde. Zu Ehren der h. Jungfrau, der Patronin des Deutschordens,deren Fahnenbild bei Erwähnung der Schlacht zweimal neben der Fahne desh. Georg genannt wird, mögen die Ritter, in deren Gebiet die Oertlichkeitgehörte, ein Bild der h. Jungfrau aufgestellt und bei demselben nach einigerZeit eine Kapelle gebaut haben. Die Kirche zu Heiligelinde wäre dann einDenkmal dafür, daß dort die Christen durch Hülfe und Fürbitte der h.Jungfrau über das Heidenthum triumphirt und zugleich eine Stelle, wonamentlich ermländische Frauen und Jungfrauen einstmals durch Maria vonder Schmach der Gefangenschaft bei den Heiden erlöst wurden.
Es sind nun noch die ältesten geschichtlichen Nachrichten und Schrift-stücke über die Heiligelinde anzuführen. Diese sind 1) ein in Frauenburgaus den Jahren 1487—1528 erhaltenes Verzeichniß der früheren 14 erm-ländischen Erzpriestereien, worin unter der Erzpriesterei Rössel die Kirchenzu Linde, Pütz, Bäslak, Sehnsten, Rastenburg u. s. w. erwähnt werden;2) ein Verzeichniß der vom ermländischen Bischof Nikolaus von Tüngen inden Jahren 1479—1486 angestellten Geistlichen, worin zum Jahre 1482die Bestallung des Deutschordenspriesters Simon zum Seelsorger an der„Kapelle zur Linde" erwähnt wird; 3) das Privilegium des Kruges zurLinde, von 1491, worin einem gewissen Hans Langenbein vom Deutsch-ordenshochmeister zwei Hufen Wald nebst der Fischerei in den Seen Denauund Wirbel und das ausschließliche Recht, an größeren Festtagen unsererlieben Frau sowohl wie an anderen Tagen Bier zu schenken ertheilt wurde,und 4) das Jnventarium-Verzeichniß der Kirche und des Propstes Nikolauszu Heiligelinde vom Jahre 1520. In letzterem wird unter den der Kirchegehörigen Kleinodien „unserer lieben Frauen Bild" und „unserer liebenFrauen Mantel mit etzlich silbernen Zeichen und Korallen" angeführt. Einprotestantischer Schriftsteller des 16. Jahrhunderts berichtet dann noch, daßder letzte Hochmeister des Deutschordens in Preußen, der spätere HerzogAlbrecht, als er noch dem katholischen Glauben angehörte (vor 1522) vonKönigsberg aus zur Kapelle in Heiligelinde demüthig, barfuß einen Wegvon ungefähr 13 Meilen gepilgert sei. Nach Angabe des ermländischenGeschichtsschreibers Leo machte Albrecht von Schippenbül aus, etwa vier