Druckschrift 
2: 1887
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gis! Bitte doch zu Ehren deines geliebten Bruders, des heil. Willibald,dessen unwürdiger Nachfolger ich sündiger Philipp bin, für mich zu Gott,daß mir meine Sünden vergeben und die Beschwerden dieser heftigen Krank-heit zur Ehre des allmächtigen Gottes und Seiner unbefleckten MutterMaria hinweg genommen werden." Noch an demselben Tage soll die Krank-heit nachgelassen haben und der Bischof bald darauf gänzlich wieder herge-stellt worden sein.

Von allen Gegenden Deutschlands treffen fortwährend Pilger in Eich-städt ein, um sich dem Schutze der heil. Walburga zu empfehlen.

In der Erzdiözese Köln wird die heil. Walburga besonders in Wal-berberg (mons s. ^ValburAis) verehrt, wo auch ein großer Theil des Schä-dels sowie der Stab derselben gezeigt wird. Wie aus den Nachrichten gleich-zeitiger Schriftsteller hervorgeht, brachte der Erzbischof von Köln, Anno II.,der Heilige, aus Eichstädt bedeutende Reliquien des h. Wunibald sowie derh. Walburgis in seine Diözese. Die Reliquien des h. Wunibald schenkte erder von ihm gestifteten Abtei Siegburg und sie wurden in den Schrein desh. Benignus mit den Reliquien dieses Heiligen beigesetzt. Die Reliquiender h. Walburgis aber wurden vertheilt; einige derselben erhielt die höchstwahrscheinlich vom h. Anno erbaute Kirche zu Overath im Kreise Mülheim,welche Kirche der Abtei Siegburg einverleibt war; einen Theil des Schädelsund den Stab der h. Walburgis schenkte er der ebenfalls von ihm erbautenKirche zu Walberberg, welche von dieser Heiligen den Namen ange-nommen hat. .

Nach den noch vorhandenen Urkunden zu schließen, wurde die Kirchezu Walberberg anfangs dem Domkapitel zu Köln überwiesen, welches da-selbst viele Besitzungen hatte. Erzbischof Philipp von Heinsberg gründetesodann daselbst einen Mänuerconvent, welcher jedoch schon 1197 von demErzbischof Adolf I. von Köln in ein (Zisterzienser - Nonnenkloster verwandeltward. Nonnen aus dem Kloster Hoven bei Zülpich wurden dahin versetztund dem Abte von Heisterbach die Aufsicht über das Kloster anvertraut. Dain der Folge die Zucht in diesem Kloster nachließ, wurde 1452 ein Prioratvon Bernhardinern dort eingesetzt. Aber auch diese Mönche fanden daselbstkeine dauernde Stätte, im Jahre 1591 am 1. März ward das Kloster mitseinen Besitzungen, welche allerdings sehr verschuldet waren, den Jesuiten zuKöln übertragen und blieb in deren Besitz bis zur Aufhebung des Ordens.

Die meisten Prozessionen besuchen den Wallfahrtsort am Pfingstmon-tage. Alsdann vermag die Kirche gewöhnlich die Zahl der Besucher nichtzu fassen und die gesammte Geistlichkeit der Umgegend muß zur Aushülfeau diesen Tagen ersucht werden.