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wendete sie sich zn Gott und flehte die ganze Nacht hindurch zu ihm, ermöge dieses Kind dem Leben und den Eltern wieder geben. Ihr Gebet warderhört, am folgenden Morgen führte sie das Mägdlein gesund und froh ihrenEltern zu.

Von den vielen Mühseligkeiten und von immerwährender Abtödtungdes Leibes erschöpft, beschloß die h. Wälburga am 25. Februar 771,79 Jahre alt, ihr gottgefälliges Leben durch einen seligen Tod, nachdem sienoch vorher mit den Heilsmitteln der Kirche gestärkt worden und den Ihrigenheilsame Ermahnungen ertheilt hatte. Fünfundzwanzig Jahre hatte sie demKloster in Heidenheim vorgestanden. Ihr Bruder Willibald begrub denLeichnam in dem Kloster zu Heidenheim an der Seite ihres früher verstor-benen Bruders Wunibald.

Fast hundert Jahre lang lagen die sterblichen Ueberreste der h. Wal-burga verborgen, bis der Bischof Otkar von Eichstädt im Jahre 858, alser zu Heidenheim ein neues Kloster nebst einer Kirche erbaute, auf Bittender Gläubigen die Grabstätte der gottseligen Aebtissin aufsuchen und dieGebeine erheben ließ; sie wurden im Jahre 870 mit großer Feierlichkeit nachEichstätt übertragen und dort in der Kirche zum h. Kreuze, die nachher auchden Namen der h. Walburga erhalten hat, beigesetzt. Ein großer Theil derReliquien der h. Walburga wurde nach Furnes in Flandern gebracht undvon dort in andere Gegenden von Belgien und Deutschland vertheilt.

Liubilla, Nonne des Klosters Monheim, wandte sich au den BischofErchenbold von Eichstätt mit der Bitte, Ihr einen Theil der Gebeine der h.Walburga zu überlassen, wogegen sie versprach, dem Kloster ihr sämmtlichesVermögen zu schenken. Erchenbold gewährte ihre Bitte, wandte sich aberzugleich auch an den römischen Stuhl, um die Heiligsprechung der seligenWalburga zu bewirken. Diese erfolgte, nach den vorschriftsmäßigen Unter-suchungen, am 1. Mai, weshalb denn auch wohl an diesem Tage das Festder h. Walburga gefeiert wird.

Im Jahre 893 wurde nun das Grab der Heiligen geöffnet, ein be-trächtlicher Theil der Gebeine nach Monheim übertragen, der größte Theilaber in dem neuen Hochaltare beigesetzt.

Eine besondere Merkwürdigkeit in Beziehung auf diese heil. DienerinGottes ist das aus ihren Gebeinen, namentlich aus dem Brustbein, welchesin der Kirche zu Eichstädt aufbewahrt wird, hervorquillende Oel, bekanntunter dem Namen Walburgis - Oel. Es hat sich, nach dem Berichte derEhronisten, diese Erscheinung fortwährend an den heil. Reliquien gezeigt unddurch den Gebrauch desselben sind viele wunderbare Heilungen geschehen.Unter anderen wird erzählt, der Bischof Philipp von Eichstädt, als er voneiner tödtlichen Krankheit befallen war, habe zu der Fürbitte der h. Wal-burgis seine Zuflucht genommen, namentlich habe er etwas von diesem Oelgetrunken und dabei folgendes Gebet verrichtet: „Heilige Jungfrau Walbur-