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könnte. Aber auf der anderen Seite wurde ihr Herz so mächtig nachDeutschland hingezogen, wenn sie die freundliche Einladung ihrer Verwand-ten und die Vortheile betrachtete, welche sie aus dem Umgange mit so weisenund heiligen Männern ziehen könnte. In dieser Ungewißheit nahm sie, ihrerGewohnheit gemäß, ihre Zuflucht zu Gott in inbrünstigem Gebete, um seinenWillen zu erfahren, denn es war ihr einziger Wunsch, nur die Ehre Gottesund ihr ewiges Heil zu suchen. Durch das Gebet fühlte sie sich im Innernerleuchtet, eine innere Stimme sprach zu ihr: Gehe hin in Gottes Namen,wähle dir fromme Gefährtinnen aus und reise zu deinen Brüdern, Gottwird dich schützen. Da nun auch die geistlichen Väter, die sie stets umRcith fragte, ihr die Reise nach Deutschland anriechen, so erwählte sie 30fromme Ordensschwestern und bestieg mit ihnen ein Schiff, das sie nachDeutschland bringen sollte. Anfangs war die See ruhig und die Windebegünstigten ihre Fahrt; doch kaum hatten sie eine Strecke zurückgelegt, daentstand ein schrecklicher Sturm, die empörten Wasserwogen drohten demSchiffe jeden Augenblick den Untergang, und schon sahen die zagenden Schiffer,nachdem sie alle Gerüche in's Meer geworfen hatten, keine Rettung mehr.
Als Walbnrga dieses sah, fiel sie auf ihre Kniee und betete, vollVertrauen auf Gott den Allmächtigen, zu ihm um Hülfe und Beistand.Augenblicklich ließ der Sturm nach und bald darauf landete das Schiff imsicheren Hafen. Es war dieses im Jahre 748.
Die h. Walburgis begab sich mit ihren Genossinnen zunächst nach Bi-schofsheim in der Diözese Mainz, bis ihr Bruder Willibald, der Bischof vonEichstädt war, und der h. Bonifacius, Erzbischof von Mainz, dort ankamenund sie mit Freuden aufnahmen. Von ihnen erfuhr sie, daß ihr BruderWunibald in Thüringen ein klösterliches Leben führe und dort 7 Klöstererrichtet habe. So beschloß sie denn, mit ihren Gefährtinnen dorthin zugehen. Aber nicht lange blieb sie in Thüringen, denn ihr Bruder Wunibalderrichtete in Heidcnheim, welches jetzt zu Württemberg gehört, ein Nonnen-kloster (754) und setzte seine Schwester als Aebtissin desselben ein. DieChronisten berichten einstimmig, daß ihre Einsicht in Leitung und Führungihrer Untergebenen, die Heiligkeit ihres Wandels, ihr Gebetseifer und ihrBestreben, Gott Seelen zu gewinnen, ans ihre ganze Umgebung einen solchenEindruck machten, daß Viele sich zum Christenthum bekehrten und Heiden-heim eine besondere Pflanzstätte zur Verbreitung der christlichen Lehre wurde.Auch wunderbare Gebetserhörungen werden von ihr berichtet.
Einst erkrankte die Tochter eines vornehmen Mannes in der Nähe vonHeidenheim so sehr, daß Alle an der Heilung verzweifelten. Der Vater gabsich einem maßlosen Schmerze hin und geberdete sich, als wenn er vonSinnen wäre. Da fühlte die h. Walburga inniges Mitleid mit ihm undeilte bei einbrechender Nacht zu dem Landhause Hins, wo das kranke Kindlag. Sie suchte die Angehörigen zu beruhigen und zu trösten, dann aber
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