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2: 1887
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Die Wallfahrt Kreuzberg zu Hardorf bei Osterhasen.

ine Stunde von Osterhofen entfernt liegt Hardorf. Hier ist einvon Menschenhand aufgeworfener Hügel zu sehen, dessen Spitzeein Kirchlein ziert. Die Volkssage führt die Aufthürmung dieses Hügelsbis in die Zeiten des h. Severin zurück und berichtet, dieser Heilige habeauf demselben ein Kreuz aufgepflanzt. Die Besitzer des in der Nähe gele-genen Schlosses Müllhaim, die Herren Albert und Alfram von Hals, er-bauten in den Jahren 1259—1262 auf diesem Hügel eine Kirche undschenkten sie an das Prämonstratenserkloster Osterhofen. Im Jahre 1262wurde das neugebaute Kirchlein zur Ehre Gottes und des h. Kreuzes ein-geweiht und mit 49 Reliquien begabt, unter denen sich Partikel vom KreuzeChristi, von seiner Dornenkrone und von dem Gewände der Mutter Gottesbefanden. Von da an erhielt der Hügel den Namen Kreuzberg.

Dieses Kirchlein, 66 Fuß lang, 24 Fuß breit und 20 Fuß hoch, miteiner Mauerdicke von 4 Fuß, ist noch in seiner ursprünglichen Gestalt bisauf diesen Tag. In der Uebergangszeit ans dem romanischen in den go-thischen Baustyl erbaut, ist die Kirche ganz einfach; nur das Thürmchen mitden übrigen Anbauten ist viel späteren Ursprungs.

In dieser Kirche wird ein Crucifixbild seit den frühesten Zeiten alsWallfahrts- und Gnadenbild verehrt. Dasselbe stellt den Gekreuzigten inLebensgröße dar. „Die Füße sind übereinander gelegt, die Arme schnur-gerade ausgebreitet, wie zur Umarmung. Die Hände liegen flach auf demKreuze, das Haupt ist etwas auf die rechte Seite geneigt, das Lendentuchumgibt den Leib in parallelem, bloß angedeutetem Faltenwurfe. Die Hüftesind hoch, die Brust ist schmal. Das Antlitz macht einen eigenthümlich be-seligenden Eindruck, der ans den ersten Anblick das hohe Alter des Bildesverräth. Das Christusbild ist am Oberkörper hohl und hat eine durch dashohe Alter dunkel gewordene Farbe. Die aus einem Stricke geflochteneDornenkrone auf dem Haupte ist eine viel spätere Zugabe. Die Statuenunter dem Kreuze sind erst im Jahre 1717 beigefügt worden, ebenso dieAbbildungen der Schächer. Dermalen kniet M. Magdalena unter demKreuze, dasselbe umschlingend; zur rechten Seite steht Maria, zur linkenJohannes. Desgleichen stammt auch der Altaraussatz, der Baldachin überdem Kreuze, die Emporkirche sammt den übrigen Figuren in der Kirche ausdem vorigen Jahrhundert."

Diese Kirche wurde bald zur Wallfahrtskirche. Die Bischöse Konradvon Regensburg und Erich von Freising verliehen derselben schon im Jahre1298 Ablässe, und auch Bischof Bernard von Passau begnadigte dieselbe ingleicher Weise im Jahre 1304. Die Mönche von Osterhofen hielten in derKirche den Gottesdienst für die Wallfahrer ab und es wurde dieselbe stets

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