Druckschrift 
2: 1887
Seite
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und des erzherzoglichen Hauses Habsburg, ferner mehrere Kurfürsten derdamaligen Zeit und die Bischöfe von Passau bis auf die Gegenwart.

Im Jahre 1683 waren die Türken in Oesterreich eingefallen und be-lagerten Wien. Der Kaiser war mit seinem Hofe zuerst nach Linz, dannnach Passau geflüchtet. Hier wurde eine vierzehntägige Bußzeit angeordnet,während welcher Kaiser Leopold I. sowie die ganze Bevölkerung der Stadtbis zum Abend fastete. Die Kirche Mariahilf war den ganzen Tag vonAndächtigen gefüllt. Bald wurden die Türken denn auch von dem Polen-könige Sobieski geschlagen und Wien entsetzt. An diesen Sieg erinnernmehrere in Mariahilf aufgehängte erbeutete türkische Waffen und Auszeich-nungen, darunter ein mit Leder überzogener runder Schild, ein Köcher mitPfeilen, ein Bogen, ein Turban, ein Roßschweif u. A.

Am 26. Juli 1662 war im Johannishospitale zu Passau Feuer aus-gebrochen, und es wurde die ganze Stadt mit Ausnahme eines Theilesdes Neumarktes in einen Trümmerhaufen verwandelt. Durch die umher-fliegenden Dachschindel ward auch die Jnnbrücke in Brand gesteckt unddurch diese die ganze Jnnstadt, so daß das Feuer zuletzt auch Mariahilfergriff und von dem Ganzen nichts übrig blieb, als die kahlen Wände. DasAllerheiligste sowie das Gnadenbild wurden durch die Kapuziener gerettet,welche Beides gegen Schärding zu in einen Wald trugen. Mariahilf wurdebald wieder hergestellt.

Wie schon erzählt, war Kaiser Leopold I. 1683 nach Passau gekommen.Zum zweitenmale kam er 1667 dorthin und opferte zum Dank für erhal-tene Gnaden 2 silberne Ampeln. Wiederum kam er dorthin, als er seinedritte Vermählung mit Eleonore von Pfalz-Neuburg feierte. Bei dieser Ge-legenheit besuchte er Mariahülf fünfmal und brachte eine große, silberne,siebenarmige Ampel zum Geschenke.

Im Jahre 1729 wurde Altar und Tabernakel aus Silber in einemWerth von 15 000 Gulden angefertigt. Zur Zeit der französischen Revolu-tion wurde der Schatz von Mariahülf nebst dem Domschatze auf Schiffeverpackt und auf der Douau abwärts gebracht, kam aber, nachdem die Ge-fahr vorüber, wieder zurück. — 1801 kam der franz. General Moreaunach Passau und legte der Stadt eine Kriegs-Contribution von 400000 fl.auf, die binnen 30 Tagen entrichtet werden mußte, welche teilweise aus demKirchensilber, das entbehrt werden konnte, entrichtet wurde. Bei der Säku-larisation 1803 verlor aber die Kirche auch den übrigen Schatz, nur diegroße siebenarmige Ampel von Kaiser Leopold I. wurde zurückgegeben.

Erst unter dem Bischöfe Riccabona, welcher besondere Wallfahrtspriesteranstellte, sing die Wallfahrt an, sich allmählich wieder zu heben. BischofHeinrich von Passau aber ließ das Innere der Kirche wieder herstellen, undeinen neuen Altar Herrichten, sowie auch die 15 Geheimnisse des Rosenkranzesin schönen Reliesbildern von dem Passauer Bildhauer Ernst 1846 aufstellen.