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2: 1887
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auch nach dem seligen Tode des frommen Sattlermeisters, blieb dieser Gartendie Stätte der Andacht und Verehrung Mariens.

Die Gebete Vieler waren an dieser Stätte schon erhört, Vielen warin geistlicher und leiblicher Noth durch die Fürbitte der seligsten Jungfraugeholfen worden, Liebe und Dankbarkeit forderten auf, dem Bilde der gütigenJungfrau eine würdigere Stelle zu bereiten, als die Höhle eines Sandstein-berges. Es verbanden sich daher mehrere frommgesinnte Einwohner Landau'szur Gründung eines Kirchleins für das Gnadenbild; durch Schenkungen derLandleute wurde die Summe, die sie hatten, noch erhöht, so daß im Jahre1693 der Grund zur Kapelle gelegt werden konnte. Man beschloß, dieKapelle in die Bergwand hineinzubanen und in jene Höhlung des Sand-steins, in der das Bild sich bisher befand, den Altar einzuhauen. DieArbeiter waren eben damit beschäftigt, jene Stelle für den Altar aus demSandsteine herauszuarbeiten, als einem derselben, welcher mit der Schaufelin den Sandstein eindringen wollte, ein kleines Liebfrauenbild von Steinauf die Schaufel siel. Nicht blos die Mitarbeiter, sondern auch mehrereandere Personen, welche der Arbeit zusahen, nahmen den wunderbaren Fundin Augenschein, und bald verbreitete sich die Kunde davon in der ganzenStadt. Alles strömte zur Stelle und unwillkürlich siel die Menge ans dieKniee, Jubel, Lob und Dank entquoll allen Herzen, daß Gott die frommeGesinnung derer, die zur Ehre der seligsten Jungfrau ein Kirchlein erbauenwollten, auf so herrliche Weise belohnt hatte. Die Freude über diesen Fundsollte indessen bald getrübt werden. Die Arbeiter bestanden nämlich zumTheil aus Landauern, zum Theil aus Bewohnern von Jrlbach, einer un-gefähr 3 Stunden von Landau entfernten Hofmark. Der Finder des Bildeswar einer dieser letzteren und darum machten die Arbeiter aus Jrlbach An-sprüche auf dasselbe, und da sie nicht befriedigt wurden, brachte Einer ausihnen das Bild heimlich an sich, trug es uach Jrlbach und übergab es seinemPfarrherrn.

Der Arbeiter, welcher das Bild entführte, übernachtete, so lange er inLandau war, in einem Hause in der Nähe der Jsarbrücke. An jenem Tagenun — es war ein Samstag — an welchem er das Bild bei sich hatte,bemerkten die Hausleute in seiner Kammer durch die Ritzen der Bretterwandund der Thüre einen ungewöhnlichen Schein. Am Sonntag in aller Früheging der Arbeiter in seine Heimat und übergab das Bild seinem Pfarrherrn,welcher es in der Kirche aufstellte. In der folgenden Nacht aber sahen dieBewohner von Jrlbach durch die Fenster ihrer Kirche ein so Helles Lichtdringen, daß Alle, die auf einer Seite der Kirche wohnten, glaubten, aufder andern Seite müsse es brennen und jenes Licht sei der Glanz des durch-scheinenden Feuers. Als man sich aber überzeugte, daß dieser wunderbareLichtglanz dem Bilde Mariens entströme, ergriff Alle Furcht und sie erkannten,daß man den Landauern Unrecht thun würde, wenn man ihr theures Gnaden-