Druckschrift 
2: 1887
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fand, zu welchem er ein passendes Gestell zum Aufpflanzen anfertigen ließ.Als er aber in dieser Absicht zum Zimmermeister ging, gewahrte er in dessenWohnung ein anderes Marienbild, eine Abbildung des berühmten Gnaden-bildes sammt der Gnadenkapelle zu Mariahilf, '.bei Passau, welches einensolchen Eindruck auf ihn machte, daß er gelobte, nach Mariahilf zur Be-freiung von seinem Uebel eine Wallfahrt zu unternehmen, was er in dem-Jahre noch zur Ausführung brachte. Allein der fromme Waller kehrtestumm zurück, wie er stumm hingezogen war und auf eine zweite Wallfahrtnach Mariahils wurde sein Zustand auch nicht besser. Da pilgerte er inunerschütterlichem Vertrauen zum dritten Male zu mehrgedachter Gnaden-stätte und nun trug sein festes Hoffen schon einige Früchte, denn er konnteseit dieser Wallfahrt, die er 1633 unternahm, schon Einiges reden. Erfreutblieb nun Johann Grienwald mehrere Tage in Mariahils unter Danksagungund Lobpreisung Gottes und seiner gnadenreichen Mutter, während sich seinZustand zusehends besserte. Um Weihnachten 1633 konnte er vollkommenklar und deutlich sprechen. Er griff daher wieder nach dem Wanderstabe undzog nach Mariahilf, um der himmlischen Gnadenmutter seinen Dank abzu-statten. Da geschah es, daß ihm, während er im Meßnerhause zu Maria-hilf übernachtete, gegen Morgen die allerseligste Jungfrau erschien, aufLangenwinkel hinzeigte und zu ihm sagte: „Da, auf diesem Plätzchen baumir ein Kirchlein!" Grienwald gelobte, den Willen seiner erhabenen Schutz-srau getreu zu erfüllen und sein Leben in Einsamkeit als Klausner bei derKapelle zuzubringen.

Als Grienwald nach Beuerbach zurückkehrte, wußte er nichts eiligerzu thun, als mit Almosensammlung zum Bau des Kirchleins zu beginnen.1686 wurde die Kirche vollendet und durch den Weihbischof Johann Maximusvon Passau consecrirt.

Es sind seitdem zwei volle Jahrhunderte ^verflossen, aber noch immerpilgert der fromme Rotthaler gerne zu dem freundlichen Langenwinkel, be-sonders am Feste Maria Heimsuchung, dem Titularfeste der Gnadenkirche,da Papst Jnnocenz X. schon im Jahre 1646 den andächtigen Besucherndieser Wallfahrt am genannten Tage einen vollkommenen Ablaß bewilligte.

Das ursprüngliche Gnadenbild war während des dreißigjährigen Kriegesabhanden gekommen. Jetzt wird als Gnadenbild das von dem Kapuziner-pater Anton Maria, päpstlichen Legaten, dorthin geschenkte Mariabild ver-ehrt. Dasselbe soll aus einer am Berge Phyie in Piemont gegrabenen undgebrannten Erdart sein und befindet sich in einer vergoldeten monstranzartigenKapsel in der Nische des Tabernakels. Es ist etwa 9 Zoll hoch und hatein braungemaltes mit Sternen besätes Kleid.