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verrichtete er die Wallfahrt zu Fuß und 1690 sogar zweimal. Seine Ge-schenke zeichnen sich durch Werth und Geschmack aus, unter ihnen sein Bildnißvon Silber, Krone und Scepter von Gold und mit vielen Diamanten geziert.Zur Dankbarkeit für den Beistand Maria's in den ungarischen Feldzügenopferte er im Jahre 1691 vier goldene, eine Elle hohe Altarleuchter, wovonjeder in drei emailirten Feldern gewonnene Schlachten und eroberte Festungen,dann seine und der kurfürstlichen Familienglieder Bildnisse darstellt. IhrWerth ist ans 18000 Gulden angegeben.

Als im Jahre 1704 unser Vaterland in den Krieg wegen der spanischenErbfolge verwickelt wurde, dachte man wieder daran, das Gnadenbild mitdem Schatze nach Burghausen zu flüchten, mußte solches aber unterlassen,weil die Einwohner Altöttings sich mit bewaffneter Hand widersetzten. DerKanonikus Kobolt, welcher diesen Vorfall umstündlich beschreibt, setzt hinzu:„Die in der Folge angekommenen Feinde hätten selbst mit den Einwohnernin Ehrfurcht und Verehrung gegen das heilige Bild gestritten. Einmal seien800 Husaren mit bloßen Säbeln durch die Hofmark geritten, ohne etwasFeindseliges zu begehen; ihre Anführer haben aber erklärt, daß sie Allesunter und über sich gekehrt haben würden, wenn sie nicht das MarianischeGnadenbild in der heiligen Kapelle gegenwärtig gefunden hätten."

Ein harter Schlag für die Wallfahrt war die Aufhebung der Gesell-schaft Jesu im Jahre 1773 und sodann die im Jahre 1803 erfolgte Säculari-sation aller bayrischen Klöster. Das Franziskanerkloster wurde den Kapu-zinern als lebenslänglicher Central-Wohnsitz angewiesen, da sie aber keineneuen Mitglieder aufnehmen durften, so nahm ihre Zahl immer mehr ab, wes-halb am 1. Mai 1827 das Institut der weltlichen Wallfahrtspriester in's Lebentrat, welche mit den Kapuzinern die Seelsorge für die Wallfahrer übernahmen.Dieses dauerte bis zumJahre 1841, in welchem der Bischof Heinrich vonPassanden Entschluß faßte, Priester aus der Congregation des allerheiligsten Erlösersnach Altötting zu berufen.

Die Wallfahrt Mariä Heimsuchung zu Langen-Winkel bei Beuerbach.

Mm fruchtbaren Rotthale, in Pfarrvikariate Beuerbach, liegt auf einer cin-samen waldumsänmten Gegend die Wallfahrtskirche Langenwinkel.Im Jahre 1629 unternahm laut Inhalt des Mirakelbuches JohannGrienwald, ein Schmiedssohn aus Salzburg, der von Geburt an stnmmwar, aber den Gehörsinn vollkommen besaß, eine Reise in die RotthalerGegend. Auf dieser seiner Wanderschaft kam er nach Beuerbach und scheintsich dort geraume Zeit aufgehalten zu haben. Während seines Aufenthaltesnun traf es sich, daß er auf der heutigen Langenwinkelhöhe ein Marienbild