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2: 1887
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künften schenkte. Dadurch ward dem dringenden Bedürfnisse der immermehr zunehmenden Wallfahrt genügt.

Als um das Jahr 892 die Ungarn zuerst in Deutschland einfielen,kamen sie 910 auch nach Oetting, wo sie den ganzen Ort, den kaiserlichenPalast, die Stiftskirche sammt dem Kloster und alle übrigen Gebäude zer-störten. Merkwürdiger Weise blieb aber sowohl jetzt, als in den folgendenJahren die Kapelle von den Brandschatzungen derselben verschont. Im Jahre1228 ließ Herzog Ludwig I. von Bayern die zerstörte Stiftskirche zu EhrenMariä und der h. Apostel Philippus und Jakobus wieder aufbauen underrichtete ein Chorherrenstift für zwölf Priester, denen ein Dechant und einPropst vorstand.

Die Glaubensspaltung des 16. Jahrhunderts übte ihren Einfluß auchauf diese Gegend Bayerns ans, weshalb Herzog Wilhelm V. 1591 von demdamaligen Ordensgeneral der Gesellschaft Jesu Claudius Aquaviva mehrerePriester dieser Gesellschaft begehrte, welche er sodann in Altötting einsetzte,damit sie dort und in der Umgegend, vorzüglich durch Missionen, am Seelen-heile der Gläubigen arbeiteten.

Als im Jahre 1682 die schwedische Armee in Bayern verheerend ein-fiel, flüchtete man das Gnadcnbild nebst dem Schatze in das feste SchloßBurghauscn und von da auf Veranlassung der Gemahlin Maximilians I. nachSalzburg, von wo es jedoch am 25. November nach Altötting zurückgebrachtwurde. Am 5. Juni 1643 mußte es jedoch wieder nach Salzburg geflüchtetwerden und wurde dort in der Kirche der Franziskaner auf dem Hochaltarzur Verehrung aufgestellt. Auch jetzt konnte es bereits am 22. Oktoberdesselben Jahres wieder zurückgebracht werden.

Nach Beendigung des dreißigjährigen Krieges nahm die Wallfahrt sozu, daß selbst die vermehrte Zahl der Jesuitenväter und die Priester desCollegiatstistes nicht genügten, die geistigen Bedürfnisse der Pilger zu be-riedigen. Deshalb wurden 1653 auch die Franziskaner nach Altöttingberufen, deren Zahl 1687 auf 26 angegeben wird. Maximilian Philipp,Marimilians I. zweiter Sohn kam 1653 mit seinem Bruder, dem KurfürstenFerdinand Maria, dessen Gemahlin und seiner Mutter und sodann mitletzterer wiederholt 1660 und 1664 nach Altötting. Die GemahlinMaximilians Philipp, Mauritia Febronia de la Tour, Tochter des Herzogsvon Bouillon wallfahrtete häufig dorthin. Im Jahre 1669 opferte sieeinen ganzen Ornat von Silberzeug; 1679 zwei für die Bilder Mariä unddes göttlichen Kindes eigenhändig mit Gold erhaben gestickte und mitvielen tausend Perlen besetzte Kleider, 1690 gemeinschaftlich mit ihremGemahl ein goldenes, gegossenes Doppelherz mit 16 großen geschnittenenund 10 kleineren Diamanten. Im Jahre 1694 kam diese Fürstin zweimalund im Jahre 1705 fast ohne alle Begleitung zu Fuß dahin. Sehr oftpilgerte der Kurfürst Maximilian Emanuel nach Altötting, 1680 und 1682