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Da dieser als Kind schwer erkrankt war und die Aerzte alle Hoffnung aufGenesung aufgaben, gelobte sein Vater, der Kurfürst Karl Albrecht, eineStatue von purem Silber, so schwer das Kind sei,'nach Altötting zu schenken,welches Gelübde er denn auch nach erfolgter Genesung erfüllte.
Vor dem Gnadenaltar, in der ursprünglichen alten Kapelle brennenbeständig fünf Lampen, unter denen die mittlere kleine sehr kunstvoll gear-beitet, von Silber, vergoldet und mit Edelsteinen geziert, ein Geschenk deshochseligen Papstes Pius IX. ist. Diese Lampe wurde am Mariahimmel-fahrtsfeste 1854 durch den damaligen päpstlichen Nuntius von München, deLuca, überbracht und mit der größten Feierlichkeit aufgehängt. Vor deinEingange in die innere Kapelle brennt gleichfalls eine Lampe. In der Ka-pelle sind die Herzen mehrerer hohen fürstlichen und königlichen Personenaufbewahrt. Auch wurde hier am 13. Juli 1864 das Herz des am 19.März desselben Jahres verstorbenen Königs Maximilian II. von Bayernzwischen den Herzen der Kurfürsten Max Joseph III. und Karl Theodorbeigesetzt. Ferner verdient noch besonders erwähnt zu werden das hier bei-gesetzte Herz des berühmten Generals Graf von Tillp. Sein Leichnam wurde1653 nach Altötting gebracht und in der Gruft der jetzigen Tillpkapellebeigesetzt.
Ferner sind auf beiden Seiten der Kapelle an den Wänden in vierGlasschränken viele kostbare Weihgeschenke aufbewahrt, während die übrigenwerthvollern Opfergaben in einer besonderen Schatzkammer neben der Pfarr-kirche sich befinden. Das geheimnißvolle Dunkel, welches in der Gnaden-kapelle herrscht, macht auf den Eintretenden einen ergreifenden Eindruck.
An diese Gnadenkapelle wurde sodann im Jahre 1464 von Sigmuud,Graf zu Schratenbach, Erzbischof von Salzburg, zu dessen Diözese-damalsAltötting gehörte, ein Anbau mit einem Thürmchen gemacht. Dieser Anbauist 36 Fuß lang und 23stz Fuß breit, hat 6 Fenster und 2 Eingänge. Umdie ganze Kapelle herum befindet sich ein bedeckter Gang, dessen Wände mitunzähligen Votivtafeln behängt sind.
Aus den ersten Jahren nach der Entstehung der Kapelle ist über dieVerehrung des Gnadenbildes urkundlich wenig bekannt. Gegen Ende desachten und zu Anfang des neunten Jahrhunderts unter den bayerischen Her-zogen der Agilolfinger und den karolingischen Kaisern wurde dieselbe zuerstberühmt. Bayerische Chronisten erzählen, daß Kaiser Karl der Große 893von Salzburg sich nach Oetting begeben und dort dem Vogelfang, der Jagdund der Fischerei obgelegen haben. Häufiger hielt sich sein Urenkel Karl-mann, der älteste Sohn des Kaisers Ludwig des Deutschen, daselbst auf.Er ließ an der Stelle der jetzigen Pfarrkirche ein Benediktinerstift mit einergroßen Stiftskirche zu Ehren der Mutter Gottes Maria und des h. ApostelsPhilippus erbauen, welchem Stifte er durch Urkunde vom 24. Februar 876die heilige Kapelle, die Abtei Matsee und den Hof zu Buch nebst allen Ein-