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Unsere liebe Fran in Nltökting.
icht weit vom Jnnflusse entfernt liegt in einer der fruchtbarstenGegenden von Niederbayern der Marktflecken Altötting mit mehrals 299 Hänsern und etwa 2900 Einwohnern. Dorthin wallen jährlichmehr als 199,000 Pilger, um in der heiligen Kapelle unserer lieben FrauHülfe und Beistand zu erflehen.
Die Entstehung der Kapelle und die Verehrung des Gnadenbildesreicht in die graue Vorzeit zurück, wo das 'Christenthum in Bayern Eingangfand. Der h. Rupert, von Geburt ein Franke, begab sich nach der Taufedes Herzogs Theodo II. von Regensburg in die Gegend des jetzigen Alt-ötting zu dem Bruder des Herzogs Theodo, Namens Utto oder Otto, derals Herzog von Niederbayern die Gegend, wo der Jnn die Jsen und Mäh-ren aufnimmt, zu seinem Hoflager anserwählt hatte. Er taufte auch denHerzog Otto, errichtete die Kapelle und stellte in derselben das Bild dergöttlichen Mutter, welches er mitgebracht hatte, auf.
Dieses Bild ist aus Holz gearbeitet, 2 Fuß 3 Zoll hoch und mitFarben bemalt. Das Kleid ist roth mit einem vergoldeten Saume, derMantel, welcher über der Brust mit einer Spange zusammen gehalten wird,weiß, der Kopf mit einem rothen Fürstenhute bedeckt. Auf dem rechtenArme hält sie das Jesukind, in der linken Hand einen goldenen Scepter,aus dessen Spitze eine Lilie, das Sinnbild der Jungfräulichkeit, hervorsproßt.Das Jesukind ist gleichfalls mit einem rothen Kleidchen angethan und hältin der rechten Hand eine blaue Kugel, das Sinnbild der Weltherrschaft, dielinke Hand erhebt es gegen das Angesicht der göttlichen Mutter, gleich alswollte es dazu auffordern, zu ihr um Hülfe zu flehen. Die Gesichtszügcdes Gnadcnbildes kann Niemand in der Nähe betrachten, ohne durch denhimmlischen Sinn, der aus ihnen spricht, gerührt zu werden. Durch dashohe Alter und den Rauch der Wachskerzen und Lampen sind Gesicht undHände mehr braun als fleischfarben. Da das Bild mit prachtvollen Ge-wäiwcrn bekleidet ist, so kann man nur Gesicht und Hände der eigentlichenStatue erblicken.
Das Guadenbild steht auf einem silbernen Altare hinter einer Glas-tafcl in einem gleichfalls silbernen Tabernakel, den der fromme KurfürstMaximilian I. von Bayern im Jahre 1615 anfertigen ließ. Rings umdenselben breitet sich ein aus Silber angefertigter Thronhimmel aus, welcherdie allerhciligste Dreifaltigkeit darstellt, wie durch sie Maria als Königingekrönt wird. Zu beiden Seiten des Tabernakels stehen zwei Engel mitInschriften in den Händen. Neben dem Altare kniet auf der Epistelseite ausSilber angefertigt, 41 Pfund schwer, auf einem silbernen Kissen der jungeErbprinz Maximilian Joseph, nachher Kurfürst Maximilian III. von Bayern.
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