Druckschrift 
2: 1887
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vollendet, wobei Fuhren und Handlangerdienste alle freiwillig geschahen-Steine und Holz theils unentgeltlich aus Privat- und Gemeindewaldungen,ja sogar, wie es heißt, meistens aus den fürstlich-fuldaischen Forsten abgereichtwurden, so daß die nöthigen Kosten theils durch aufgenommene Passtv-Kapi-talien gedeckt wurden. Am 17. November 1742 wurde die Kapelle von demFürstabte Amandus von Buseck feierlich eingeweiht. Am Hochaltare befindetsich auch das Wappen dieses Fürstabtes.

Im Jahre 1742 wurden zwei Glocken für die Kapelle angeschafft;1753 ging ein Mann vom Dorfe Untcrerthal selbst nach Rom, um wegendes Ablasses anzufragen. Im Jahre 1759 war der Besuch dieser Kapelleschon so bedeutend, daß täglich 19 bis 11 Priester dort die h. Messe cele-brirten. 1769 wurde ein Vorbau für die Kapelle hergestellt. Vom Jahre1768 bis 1814 wurden jährlich nicht unbedeutende Summen an die Pfarr-kirche zur Unterstützung abgegeben, weil diese sich nicht selbst unterhaltenkonnte. Im Jahre 1815 wurde sodann der Kapellensonds mit jenem derPfarrkirche vereinigt, nach Dekret des K. K. Hofrathes und Generalkommissärs,ä. ä. Frankfurt 29. März 1816.

Im Jahre 1842 am 29. November wurde das hundertjährige Ge-dächtnißfest der Einweihung der Kapelle vom damaligen Stadtpfarrer Weigleinfeierlich begangen.

In den letzten Jahren wurde die ganze Kapelle restaurirt, die sämmt-lichen Altäre frisch gefaßt und vergoldet, theilweise neue gemalte Fenster ausRottenburg und München eingesetzt, so daß jeder Besucher der Kapelle sichum so mehr hingezogen fühlen muß zur Andacht und Liebe der allerseligstenGottesmutter Maria und gerne sein Scherflein niederlegt im Opferkastenzum Preise der Himmelskönigin. Es wird im ganzen Saalgrund kaum nocheinen anderen Platz geben, den die. Bewohner dieser Gegend lieber und öftersaufsuchen, als das traute Plätzchen auf Ständl. Jeden Samstag in frühesterMorgenstunde wird daselbst das heilige Opfer gefeiert, theils von der Pfarr-geistlichkeit der Stadt Hammelburg, theils von den Franziskanern des nahenKlosters Altstadt. Zu jeder Jahreszeit, an den schönsten Sommermorgen,wie im Winter bei Eis und Schnee, finden sich bei diesem frühen Gottes-dienste nicht nur die Bewohner der Stadt Hammelburg, sondern auch Leuteder Umgegend, oft 4—5 Stunden weit ein, um ihre Anliegen dort amGnabenaliare niederzulegen. Es ist erhebend zu sehen, wie in den Winter-monaten, wo alles ringsum im Dunkel der Nacht noch begraben liegt, dieKapelle Steinthal wiederstrahlt im Lichtglanze all der Kerzen, die da brennen zuEhren der Mutter Gottes; es ist ergreifend, wie die Stille der Nacht unterbrochenwird von den Lob- und Preisgesängen der Himmelskönigin. Es vergeht fastkein Tag, an dem man nicht fromme Beter den erst in neuerer Zeit besserhergestellten, mit einer Allee von jungen Zwetschenbäumen gezierten, an herr-lichen Weinbergen vorüberziehenden stillen Weg zur Mutter der Gnade nach