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lein hinaus auf das Feld zur Arbeit ging. Wie das nun zu geschehenpflegt, hatte sie das Kind auf den Boden in's Gras gesetzt. Während sieder Arbeit oblag, kam ein Wolf und trug es davon. Mit Entsetzen hörtedie Mutter das Geschrei ihres Kindes, aber schnell entschlossen eilte sie zumnahen Kirchlein hin und warf sich am Fuße des Altars vor dem geschnitztenBildnisse der ihr göttliches Kind auf dem Arme tragenden Gottesmutternieder und flehte unter einem Strome von Thränen und unter herzzerreißen-den Klagen die Himmelskönigin an. Da nicht Plötzliche Hülfe erfolgte, sostieg sie, fast wahnsinnig vor Schmerz, auf den Altar, nahm Maria dasJesukindlein aus den Armen und betheuerte: „Du sollst Dein Kind nichteher wieder haben, bis Du mir das meinige wieder zurückgibst." Obwohlnur namenloser Schmerz und an Verzweiflung grenzende Trostlosigkeit einerMutter, die auf so schreckliche Weise um ihr Kind gekommen, die Handlungund die Rede dieser Mutter entschuldigen kann, hals Maria doch. Der Wolfkehrte zurück und brachte das Kind unversehrt zur Schwelle der Muttergottes-kapelle. Und so gab denn auch jene Frau nach Wiedererlangung ihresKindes der göttlichen Mutier unter freudiger Danksagung das ihrige wiederzurück, beging aber dabei den Irrthum, daß sie es anstatt auf den linkenArm, auf dem es zuvor war, auf den rechten setzte, wo es noch bis auf denheutigen Tag ruht.

Von jener Stunde an ist viel gläubiges Volk nach Dimbach gezogen.Durch die vielen Wunder, die mit der Zeit an diesem Orte geschehen, wurdeDimbach immer berühmter. Am meisten trug dazu bei das Beispiel desfrommen Fürstbischofes Andreas von Gunoelsingen von Würzburg (1303bis 1314), der zur Zeit einer großen Hungersnoth gelobte, barfuß eine Wall-fahrt nach Maria-Drmbach zu machen, und dorten die Patronin Frankens zubitten, daß seine Unterthanen «wieder eine gesegnete Ernte erhalten möchten,was auch in Erfüllung ging.

Als durch die vielen Gnadencrweisungen der Ruf der Wallfahrt immergrößer wurde, genügte die ursprüngliche kleine Kapelle nicht mehr. Abt Jo-hannes von Schwarzach erbaute im Jahre 1330 an Stelle der allen einegrößere schöne Kirche, welche heute noch steht; es ist ein schöner Bau imgothischen Style mit drei Schiffen.

Sein Nachfolger, Abt Heinrich, errichtete zu Dimbach eine Propstei,woselbst stets zwei Benediktiner-Priester nach der Oroensregel leben sollten.Er traf die Anordnung, daß jährlich am Tage vor Maria Verkündigung undHimmelfahrt eine Prozession vom Kloster aus nach Dimbach wallte.

Im Jahre 1336, also bald nach Erbauung der Kirche, stieg ein Diebbei nächtlicher Weile durch die Fenster in dieselbe, um das mit goldenen undsilbernen Medaillen behängte Gnadenbild zu öestehlen. Aber o Wunder!Es streckte des Bildes Kind sein Aermchen nach dem Diebe aus und hieltihn bis zum Morgen fest, wo er dann ergriffen wurde. Die Chronik sagt