Druckschrift 
2: 1887
Seite
62
Einzelbild herunterladen
 

Das Gnadenbild steht auf dem sinnreich ausgedachten Hochaltare, andem außer zwei Engelsfiguren noch die Statuen von Joachim und Anna,der Eltern der h. Jungfrau, sich befinden, welche sämmtlich auf sie, die ge-krönte Himmelskönigin als Helferin der Erdenbürger hinweisen. Im Uebrigenblieb das Bild in dem Zustande, in welchem es aufgefunden wurde, nur dasAngesicht wurde vor etlichen Jahren geschmackvoll übermalt. An der linkenSeite der Stirne ist ein Brandmal bemerklich, welches daher rühren soll,daß die Schweden, die sich, wie überall in unserm deutschen Baterlande, soauch hier kein gutes Andenken hinterlassen haben, im dreißigjährigen Kriegedas Bild, um es zu vernichten, in's Feuer warfen; es blieb jedoch unver-sehrt bis auf das Mal, welches es zum Andenken an die erlittene schwedischeUnbild heute noch trägt.

An den Marienfesten finden sich zahlreiche Schaaren von frommenWallfahrern ein, um ihre Bitten und Danksagungen zu den Füßen der h.Jungfrau niederzulegen, sowie nicht minder der zweite Pfingsttag feierlich be-gangen wird, da Maria als Braut des h. Geistes mit diesem in einernäheren geheimnißvollen Verbindung steht.

Der Brunnen in der Nähe des Haupteinganges zur Kirche ist gefaßtund trägt das Wappen des Kurfürsten Franz Lothar.

Das Wasser fließt in zwei Röhren aus der Brust eines steinernenBildes der h. Jungfrau und des Jesukindes, weßhalb der Brunnen denNamen Marienbrunnen führt und heißt das kristallcne Naß „Liebfrauen-milch", welches nicht minder wie ehedem dem Kaiser Barbarossa, so jetzt nochdem müden Wanderer und Wallfahrer billige und erwünschte Erquickunggewährt.

Itmbach in Untsrfranken.

Stunde östlich von Stadtschwarzach am Main liegt auf einerAnhöhe von Wald umgeben das Dörfchen Dimbach. Infrüheren Zeiten hatte die Benediktiner-Abtei Münster-Schwarzach hier einePropstei mit vielen Besitzungen. Daß dieser Ort schon alt ist, unterliegtkeinem Zweifel. Die Zeit seiner Entstehung kann jedoch, wie dieses bei denmeisten Orten der Fall ist, nicht genau ermittelt werden. Urkundlich erscheintDimbach zum ersten Male um das Jahr 1113 unter Rupertus, dem drei-zehnten Abt des Klosters Schwarzach.

Im Anfange des 14. Jahrhunderts hatte sich hier ein Wunder zuge-tragen, durch welches Dimbach nachher eine berühmte Wallfahrt wurde. Eswar um das Jahr 1313, als eine Bäuerin von Dimbach mit ihrem Knäb-