Druckschrift 
2: 1887
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daS königliche Wappen mit den drei Lilien im Felde, sowie den Abtissinstabzu ihren Füßen; neben ihr zur Linken liegt auf einem Tische eine Geißel,daneben befindet sich eine Kanne und Brode, die für Almosen bestimmtscheinen. Aus dem Hintergrunde schaut eine Kirche mit einem Kloster hervor,deren Bau jedoch nicht ganz vollendet ist. Am Nebenaltar ist die Heiligedargestellt (Holzfigur von etwa 90 Centimeter Höhe) wieder in schwarzerOrdenstracht, wie sie gerade die Hand ausstreckt, um einem Armen ein Al-mosen zu reichen. Und dieses ist das am meisten verehrte Bild.

Zum Schlüsse wollen wir einen kurzen Blick auf das Leben der h.Radegundis werfen.

Radegundis war die Tochter eines heidnischen Fürsten in Thüringen,kam aber in zartester Jugend mit anderen Kriegsgefangenen nach Frankreichund wurde an dem Hofe des Königs Klotar erzogen. Dort wurde sie inder Lehre des Heils unterrichtet. Nachdem sie die Taufe empfangen, machtesie außerordentliche Fortschritte in den Tugenden und beschloß, sich einzig demDienste Gottes zu weihen. Jedoch der König begehrte sie zur Gemahlin undauf Anrathen ihres Seelsorgers ging sie die Ehe ein, verrichtete aber auchjetzt noch fortwährend ihre Uebungen der Buße und Gottseligkeit. Anfangswar der König durch die Frömmigkeit seiner Gemahlin sehr erbaut, aberbald regten sich heftige Leidenschaften in ihm; er ließ ihren Bruder ermordenund die Königin selbst vom Hofe entfernen. Diese begab sich auf ein Land-gut und empfing dort aus den Händen des h. Bischofs Medardus denSchleier. Sodann gründete sie ein Kloster und trat in dasselbe als Nonneein, um in vollkommenem Gehorsam sich dem Gebet und der Betrachtungzu widmen. Die Schriften der h. Väter las sie in lateinischer und griechi-scher Sprache und führte auch jene Regel in ihr Kloster ein, welche denNonnen befiehlt, das Lesen zu lernen und sämmtliche Psalmen dem Gedächt-nisse so einzuprägen, daß sie auswendig gebetet werden können. Sie starbam 13. August 687 und wurde vom h. Bischof Gregor von Tours in derFrauenkirche zu Poitiers zur Erde bestattet.

Die Wurienroallfuhrt zu Wengersbrunn.

itten des Spessart und des Rhöngebirges in einem engenThale, welches bei Burgsinn in den Sinngrund ausmündet,liegt das Dörfchen Rengersbrunn, zur Pfarrei Fellen gehörig, woselbst eineschöne Muttergotteskirche mit einer vielbesuchten Wallfahrt sich befindet, derenEntstehung folgendermaßen erzählt wird: