Druckschrift 
2: 1887
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Erbawen, welchs geschehen ist,

Berbrunnen doch in kmtzer Frist.

Drumb haben fromme Mann und FrawnAuß Andacht wider lassen bawnDiß herrlich schön Gottshauß allhic,Mit viel Unkost und grosser Miih,

Dahin kompt offt der Bilger Schaar

Und bringt ihr Gab nnd Opffer dar,Daß ihr Gcbett Gott woll erhörn,

Sein Gnad bey ihnen reichlich mehrn:Allda durch Gottes Macht und SterckGeschehn viel Tausend Wuuderwerck.O Mensch bedenks mit gautzem Fleyß,Und sag Gott Danck, Lob, Ehr und Preyß.

Die Begebenheit mit der h. Hostie wurde in der ganzen Umgegendruchbar und zog viele Andächtige aus der Nähe und Ferne herbei, derenZahl sich jährlich mehrte. Um die Pilger beherbergen zu können, wurdenmehrere Häuser nebst einem Gasthause erbaut und so entstand das DorfBettbrunn. — Im Jahre 1330 brannte die hölzerne St. Salvators-Kapelleab, jedoch das aus Holz geschnitzte St. Salvatorsbild, welches Bischof Hartwichgeschenkt hatte, blieb verschont. An Stelle derselben erhob sich bald eingrößeres Gotteshaus aus Stein nebst einem Thurme.

Die h. Hostie war in der Kapelle noch 1330 vorhanden. Nachdemdieselbe, wahrscheinlich bei dem Brande, verloren gegangen, wurde die Andachtauf das genannte Salvatorbild übertragen. Dieses ist ungefähr 14 Zolllang, aber ganz gebräunt, an der Hinterseite zeigt sich eine kleine Brandstelle.Sie ist in einen Mantel gehüllt, trägt auf dem Haupte eine Krone, in derrechten Hand einen Scepter und in der linken die Weltkugel.

Unter Bischof Konrad V. von Regensburg (1368—1381) wurde 1374die Kirche von Bettbrunn von der Pfarrei Oberdolling getrennt und zueiner eigenen Pfarrkirche erhoben. Die vielen und reichen Opfer, welchehier gebracht wurden, machten es möglich, im Jahre 1447 den ganzen BezirkBettbrunn mit allen Gerechtsamen für die Kirche anzukaufen. Da aber derPfarrer allein zur Besorgung des Gottesdienstes nicht im Stande war, sowurden noch drei Altäre, zu Ehren U. L. Frau, der h. 3 Könige und derh. Elisabeth errichtet und begiftet. Im Jahre 1690 wurde die Pfarrei denAugustiner-Eremiten von Jngolstadt übergeben und nun ein Superior desOrdens mit drei Priestern als GeHülsen daselbst angestellt.

1656 wurde die Bruderschaft vom h. Rosenkranz, am 7. April 1670die vom allerh. Altarssakrament und später noch die des Marianischen ledernenGürtels unter dem Titel „Maria vom Trost, des h. Vaters Augustin undder h. Mutter Monika" eingeführt. — Am 10. Januar 1330 bereits hattePapst Johann XXII. der Kapelle einen Ablaß von 40 Tagen verliehen.Weitere Ablässe erhielt die Kirche von Papst Jnnocenz XII. 1693 und vonBenedikt XIX. 1743. Die Bedeutung der Wallfahrt mag man darauscrmessen, daß man 9 Städte, 21 Märkte und 114 Dorfpfarrcien aufzählte,von denen jährlich Wallfahrtszüge in Bcttbrunn anlangten. Von den geist-lichen Würdenträgern, welche die Wallfahrt besuchten, werden genannt BischofWvlfgang II. von Regensburg, der Kardinal Franz Wilhelm, Graf vonWartenberg, Fürstbischof von Regensburg, Martin von Schaumberg und Joh.