Druckschrift 
2: 1887
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schenk zum Fenster herein und verwahrte es in einem Kasten. Bald kamdie Erzählung von diesem Vorfalle zu den Ohren des damaligen PfarrersAndreas Jldephons Holzwart, ehedem Professor der Physik und Rektor desLyceums zu München, und schon am 5. Oktober geschah hierüber Anzeigebeim königlichen Landgerichte Pfasfenbcrg in Mallersdorf. Der Bauer undseine Magd wurden eidlich vernommen und mußten am 7. Oktober das Bildselbst zur Aufbewahrung nach Mallersdorf bringen, wo es bis zum 30. Juni1814 verblieb. Der damalige Landrichter verrichtete täglich mit seiner ganzenFamilie sein Gebet vor dem lieben Bilde und mit Thränen in den Augenübergab er es auf Requisition des Pfarramtes Labcrweinting einer deshalbangekommenen Deputation, nachdem er und die Seinigen noch schluchzend vondemselben Abschied genommen.

Am 2. Juli 1814 wurde sodann das Bild in dem Kirchlein zu Haaderaufgestellt und seither von zahlreichen Wallfahrern besucht. Die an den beidenSeiten des Kirchlcins aufgehängten Votivtafeln zeugen von dem Vertrauen,das die Gläubigen zu Maria hegen und von den Gnaden, die sie durch ihreFürbitte hier erlangt haben.

Waricr-Schnee ZU Aufhceui'cn.

die Entstehung der Wallfahrt zu dem Gnadcnbild in derDDi? Kirche der Ncriancr in Aufhausen wird Folgendes erzählt:Johann Georg Seidenbusch, am 6. April 1641 von christlichen undbraven Eltern in München geboren, bekundete schon in seiner frühesten Jugendeine innige Liebe zur Mutter Gottes. Im 10. Jahre seines Alters ging eroft in den schönen Saal, welcher den Studenten in München unter Leitungder Jesuiten zu ihren Versammlungen und Gottesdiensten diente. Die Stu-denten hatten sich nämlich zu einer Bruderschaft zu Ehren Mariä Verkün-digung vereinigt. In diesem Saale zierte Georg oft den Altar, auf welchemsich ein 2 Fuß hohes geschnitztes Bild der Gottesmutter mit dem Jesukindcauf dem Arme befand. Herzog Wilhelm V. hatte dieses Bild machen lassenund 1580 der Bruderschaft geschenkt. Im Jahre 1655 wurde statt diesesBildes ein anderes, größeres auf den Altar gestellt, das alte aber in einemSchreine beim Eingange in den Saal angebracht.

Im Jahre 1658 kam Kaiser Leopold nach München. Im Collcgiumder Jesuiten wurden nun zu Ehren des Kaisers verschiedene Bilder gemaltund vor die Fenster gestellt. Auch Georg, der am Gymnasium studirte undin der Malcrkuust erfahren war, malte an diesen Bildern. Während derArbeit kam er zufällig zu jenem Schreine und sah das Bildniß Mariens,