Druckschrift 
2: 1887
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um ihre Fürbitte an. Zugleich machten sie das Gelübde, dem Muttergottes-bilde eine schützende Kapelle zu erbauen, wenn sie durch den Schutz Mariensvor der Pest bewahrt blieben. Ihr Glaube und ihr Vertrauen wurden be-lohnt: Alle, die an dieser Wallfahrt und dem Gelübde Theil genommenhatten, blieben von der verheerenden Seuche verschont. Mit jugendlicher Be-geisterung schritten sie denn auch alsbald zur Ausführung des Werkes. Wieerzählt wird, unterstützten die Studirenden eifrigst die Arbeiter bei dem Baue,trugen Steine und Holz und alles Nothwendige zum Bau herbei und ruhtennicht, bis die Kapelle vollendet war. Sie nahmen nun das Marienbild vonder morschen, alten Tanne und stellten es in die Kapelle, damit es da einsicheres Obdach habe und für die Zukunft zur Andacht der Gläubigen undzum Andenken an die erlangte Hülfe aufbewahrt werde. Später kam es dergrößern Sicherheit wegen in die Kirche zu Kager, wo es sich noch befindet.In die Kapelle ließ ein Herr aus der Stadt ein neues Bild malen. BeideBilder werden von den Umwohnern in hohen Ehren gehalten und diese wissengar Vieles zu erzählen, wie oft die Mutter Gottes an diesen Orten inTrübsal und Bedrängniß Hülfe geleistet, was auch die vielen Gedächtniß-tafeln bezeugen. Am Schlüsse des Schuljahres besuchen die Schulkinderjährlich die Kapelle, verrichten ihre Dankgebcte, singen zur Ehre der himm-lischen Mutter ihre Lieder und opfern ihr einen Kranz von Garten- undFeldblumen.

Hlnsere liebe Iwcru zu Kcrcröer.

IN 3. Oktober 1813, Morgens 5 Uhr, als das Zeichen zumenglischen Gruße gegeben wurde, und der Bauer SebastianKainz von Haadcr in der Wohnstube sein Gebet verrichtete, gewahrte er aufcmmai einen Gegenstand vor dem Fenster. Als er an's Fenster trat, er-kannte er zu seinem Erstaunen, daß dieser Gegenstand ein von Holz ge-schnitztes Muttergottesbild war, etwa einen Fuß hoch, mit dem göttlichenKinde auf den Armen. Sogleich rief er die Magd herbei (sein Weib undsein Sohn hatten Tags zuvor eine Wallfahrt nach Straubing angetreten)und zeigte ihr das Bild. Diese war nicht wenig erstaunt, da sie eben vordem Gcbctläuten noch im Hofraum mit der Fütterung der Hühner beschäftigtgewesen und weder während dessen noch während des Abwaschcns der Fensteretwas bemerkt hatte. Der Hofraum war geschlossen und ein großer Hundhielt in demselben Wache; außerdem hatte es die ganze Nacht hindurch ge-regnet und man konnte trotz des eifrigsten Nachforschens keine Spur vonmenschlichen Fußtritten entdecken. Der Bauer nahm das so auffallende Ge-