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das ziemlich mit Staub bedeckt war. Er reinigte es und war voller Freude,das liebe Bild wieder gefunden zu haben. Als den Malern nach beendigterArbeit der Lohn ausbezahlt wurde und man auch ihn fragte, was er fürseine Mühe verlange, begehrte er das unter der Stiege befindliche Marien-bild und erhielt es auch, nachdem er das Versprechen gegeben, es stets inEhren zu halten. Er brachte das Bild in das Haus seines Vaters, wo eres in einer kleinen Kapelle mit Andacht verehrte. Auf Mariens Fürbitte er-hielt Seidenbusch, wie er selbst bekannte, viele Gnaden.
Nach Vollendung der Studien wurde er 1666 zum Priester geweihtund schon ein Jahr später zum Pfarrer von Aufhausen ernannt. Dorthinnahm er denn auch sein Marienbild und ein Kruzifixbild mit sich, welcheseine fromme Witwe an einem Birnbäume gefunden und ihm geschenkt hatte.Beide Bildnisse stellte er in seinem Wohnzimmer auf und hielt sie hochin Ehren.
Als er einst im Jahre 1668 nach der h. Messe seinem kleinen BruderJoseph rief, antwortete derselbe: „Da bin ich!" Er hörte zwar die Stimmedes Knaben, sah ihn aber nicht; er ging ihm also nach und fand ihn ander Südseite der Scheune unter einer Hollunderstaude, wo er vor einemMuttcrgottesbilde betete, das er an die Bretter der Scheune geheftet und fürwelches er aus den Dauben eines alten Fasses eine Art kleiner Kapelle ge-macht hatte. Der Anblick des betenden Knaben war für Pfarrer Sciden-busch ein Fingerzeig, wie er Jesus und Maria in ihren Bildern höher ver-ehren könnte.
Gleich nach dem Mittagessen ergriff er die Hacke, säuberte den Platzvor der Scheune, nahm noch mehr Raum hinzu und theilte ihn in drei Theile.Den einen Theil bestimmte er zu einer kleinen Kapelle, den anderen zu einerKammer, wo er wohnen und studircn und den dritten zu einem Kämmerlein,wo er schlafen wollte. Bis zum 3. Mai, am Feste Krcuzerfindung, hatteer Alles fertig und übertrug in die Kapelle das Kruzifix und das Marienbild.
Die von Holz und Brettern angefertigte Kapelle hatte ein Glöcklcin,mit welchem das Zeichen zur Abendandacht gegeben wurde, welche am 3. Maibegann und alle Abende fortgesetzt wurde. Da zu dieser Andacht sich immermehr Gläubige einfandcn, wurde die Kapelle bald zu klein, so daß von derScheune ein Theil zur Kapelle genommen werden mußte. Da Viele auf dieFürbitte Mariens Hülfe in ihren Anliegen erhalten hatten, nahm die An-dacht und der Zulauf des Volkes so zu, daß die Kapelle noch erweitert wer-den mußte. Als Patrozinium seiner Kapelle wählte er das Fest Maria zumSchnee (ö. August).
Es kamen nun auch aus der Ferne vornehme Herren, welche unsererlieben Frau zu Aufhausen ihre Verehrung bezeigen wollten. Zuerst kam dercrzbischöflichc Kanzler aus Salzburg mit seiner Gemahlin und opferte derHimmelskönigin Krone und Scepter und eine schöne Kleidung. Dann kam