Druckschrift 
2: 1887
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Die Kapelle war bisher nur benedizirtz am 14. August 1695 nahm derWeihbischof von Regcnsburg, Graf von Wartcnberg, die feierliche Conse-kration vor und ertheilte nach beendigtem Gottesdienste am Fuße des Bergesdie heilige Firmung. — Da der Zudrang des gläubigen Volkes immer mehrsich steigerte, baute Orelli ein Langhaus und vollendete es im Jahre 1704,Schon vor Vollendung des Baues wurde von Papst Clemens XI. mn 12.August 1703 eine Bulle erlangt, kraft deren die Wallfahrtskirche am Maria-hitfsbcrge der Lateranensischen Kirche zum h. Johannes in Rom aus ewigeZeiten einverleibt wurde, wodurch sie aller Privilegien und Ablässe theilhaftigwurde, welche der genannten Kirche in Rom verliehen sind.

Nach dem am Sonntage während der Oktav von Mariä Geburt 1683über die Türken bei Wien erfochtenen Siege setzte Jnnocenz XI. zur Dank-sagung das Fest des Namens Mariä ein und errichtete zugleich in Rom eineBruderschaft unter diesem Titel. Diese Bruderschaft vom Namen Mariäwurde auch in dieser Kapelle eingeführt und jener in Rom einverleibt, wasim Jahre 1710 geschah. Von da an nahm die Andacht in der Guadcnkapellcimmer mehr zu; sie wurde wieder erweitert und verschönert und derselbenneue Ablässe verliehen.

Da kam jene Zeit, in der so viel Gutes, das die Voreltern aufgebauthatten, niedergerissen wurde. Auch die Mariahilfkirche sollte dieses Schicksalerfahren. Doch Gott verlieh einem trefflichen Bürger von Vilsbiburg Muthund Eifer, daß er das Gotteshaus vom Untergänge rettete.

Im Jahre 1846 wurde die Wallfahrt den Ordensbrüdern vom aller-hciligsten Erlöser übergeben, nach deren Verbannung aber im Jahre 1873wurden Wcltpriester an derselben angestellt.

Waricr HannerL bei Wegensburg.

die Einwohner Regensburgs und der Umgegend war dasJahr 1713 ein SchrcckenSjahr, denn eine verheerende Pest raffteTausende von Menschen dahin und die verschont blieben, flüchteten in's Ge-birge. In dieser Zeit der Noth und Gefahr rief Alles zum Himmel umHülfe und Rettung. Unter Anderen machten auch die Studirendcn Regens-burgs, denen der Tod schon manchen Freund und Jugcndgcnosscn entrissenhatte, eine Wallfahrt zu einem Marienbilde auf einem Berge unweit derStadt, welches daselbst in einer Tanne aufgestellt und von je her viel be-sucht und verehrt worden war, und daher den Namen „Maria Tanncrl"erhalten hatte. Hier beteten die Studirendcn mit gläubigfrommcm Herzenzu Gott, dem Helfer in der Noth, und riefen mit innigem Vertrauen Maria