WariaHiLf bei Wibsbiburg.
Entstehung dieser sehr besuchten Wallfahrtskirche wird wiefolgt berichtet:
Donat Orelli, zu Lukano in Italien geboren, Bürger und Kaminfegerzu Vilsbiburg, wollte als ein großer Verehrer der Mutter Gottes derselbeneine Kapelle bauen, damit sie dort auf besondere Weise verehrt werde. EinHügel in der Nähe des Ortes und nahe an der Landstraße, auf welchem einBirkenwäldchcn gestanden, schien ihm hierzu der passende Platz zu sein. NachBeseitigung vieler Hindernisse überließ die Wittwe Maria Zauner, Gast-geberin zu Vilsbiburg und ihr Sohn Georg am 26. Januar 1686 denPlatz lastenfrei und unentgeltlich. Orelli ließ denselben zu seinem Zweckeherstellen und am 26. März das Bild des gekreuzigten Heilandes auf demHügel aufrichten. Der Berg wurde nun Kalvarienbcrg genannt und vieleAndächtige kamen dorthin.
Da aber Orelli den Bau einer Muttcrgotteskapelle auf dem Bergebeabsichtigte, so begab er sich selbst nach Regensburg, wo er beim hoch-würdigsten Ordinariate die Erlaubniß zur Errichtung der Kapelle erhielt.Schon am 27. Mai 1686 wurde der Grundstein zur Kapelle gelegt und vorJakobi 1688 stand dieselbe in Form eines Rondels vollendet da. Um nunden frommen Pilgern, welche zur Kapelle kamen, einen Ablaß auszuwirken,reiste Orelli nach Rom und erhielt von Papst Jnnoccnz XI. laut Brcvcvom 24. Juli 1688 für das Fest Mariä Himmelfahrt einen vollkommenenAblaß, nebst anderen, welche auf gewisse Tage verliehen wurden. Da dieZahl der Wallfahrer immer zunahm, erwirkte Orelli beim hochwürdigstcnOrdinariate die Erlaubniß, daß die Kapelle eingeweiht und in derselben dash. Meßopfer gefeiert werden durfte. Am 9. August 1689 wurde das ersteh. Meßopfer mit möglichster Feierlichkeit in der Kapelle abgehalten.
Da der Zulauf des Volkes zur Mariahilfkapelle immer größer wurde,baute Orelli unter Beistand vermöglicher Verehrer Mariens eine sogenannteinnere Kapelle nebst einem Altare und ließ zwei Engels-Statuen fertigen,die das Bild der allerseligsten Jungfrau auf den Händen trugen.
Da die Kapelle abgesondert lag, wurde sie von gottlosen Menschen be-raubt und in Folge dessen entschloß sich Orelli, für sich und die Seinigenneben der Kapelle eine Wohnung zu bauen, um das Hciligthum beschützen zukönnen, wozu ihm das hochwürdigste Ordinariat die Bewilligung ertheilte.